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Panorama Fall Lisa: Russlanddeutsche soll missbraucht worden sein
Mehr Welt Panorama Fall Lisa: Russlanddeutsche soll missbraucht worden sein
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14:24 28.02.2017
Wegen der angeblichen Vergewaltigung des Mädchens gingen Menschen auf die Straße und protestierten vor dem Kanzleramt in Berlin. Quelle: dpa
Berlin

Die Geschichte um die angebliche Vergewaltigung einer minderjährigen Russlanddeutschen hatte vor einem Jahr international Wellen geschlagen. Nun hat die Berliner Staatsanwaltschaft Anklage erhoben – allerdings gegen einen Mann, der unabhängig von dem ursprünglichen Fall sexuellen Kontakt zu der 13-Jährigen gehabt haben soll.

Die Anklage wirft ihm vor, dass er mit dem Mädchen Oralverkehr hatte – zwar einvernehmlich. Aber die Russlanddeutsche war damals, im Herbst 2015, erst 13 Jahre alt. Und dass soll der Mann gewusst haben, berichtete die „Bild“-Zeitung. Das Mädchen habe ihm ihr Alter über WhatsApp mitgeteilt,meldete „Spiegel Online“.

Dem 23-Jährigen werden deshalb schwerer sexueller Kindesmissbrauch und Herstellung pornografischer Schriften vorgeworfen, weil er die Tat gefilmt haben soll. Das sagte die Sprecherin des Landgerichts für Strafsachen am Dienstag.

Russlands Außenminister schaltete sich ein

Die Mädchen stammt aus einer deutsch-russischen Familie in Berlin und war Anfang 2016 etwa 30 Stunden verschwunden gewesen. Sie gab an, von Flüchtlingen entführt und vergewaltigt worden zu sein, wofür die Ermittler keine Anhaltspunkte sahen.

Der russische Außenminister schaltete sich ein, telefonierte sogar mit Deutschlands damaligem Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD). Hunderte Russlanddeutsche demonstrierten. Später stellte sich heraus, dass sich das Mädchen wegen Schulproblemen bei ihrem Freund versteckt hatte.

Bei den Ermittlungen geriet der nun Beschuldigte in den Fokus. Und weil das Mädchen jünger als 14 Jahre war, macht sich ein Erwachsener auch bei freiwilligem Sex strafbar. Der Fall kommt laut Sprecherin vor ein Jugendschöffengericht. Ein Termin steht noch nicht fest.

Von dpa/RND/wer