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Panorama Fall Dennis fördert Misstrauen gegen Männer in der Erziehung
Mehr Welt Panorama Fall Dennis fördert Misstrauen gegen Männer in der Erziehung
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09:05 25.04.2011
Der Grabstein des im September 2001 ermordeten, neunjährigen Jungen Dennis K. auf einem Friedhof in Scharmbeckstotel (Kreis Osterholz). Quelle: dpa

„Sie verstärken das ohnehin latent vorhandene Misstrauen, männliche Erzieher könnten ihre Stellung zum Kindesmissbrauch ausnutzen“, erklärt Jens Krabel von der vom Bundesfamilienministerium geförderten Koordinationsstelle „Männer in Kitas“ in Berlin im Gespräch. Im Kita-Alltag halten sich manche männliche Erzieher demonstrativ zurück, verzichten auf Umarmungen und darauf, ein Kind auch mal auf den Schoß zu nehmen.

„Auch die männlichen Erzieher haben das Thema Missbrauch bei der täglichen Arbeit im Kopf und denken: Ich muss aufpassen, ich darf den Kindern nicht zu nahe kommen, das könnte missverstanden werden“, erläutert Krabel. Dabei würde nach einer 2010 vorgelegten Studie des Forschungsprojekts „Männliche Fachkräfte in Kindertagesstätten“ eine große Mehrheit der Eltern ihr Kind einem männlichen Erzieher bedenkenlos anvertrauen.

Doch immerhin 40 Prozent der befragten Eltern gaben zu, an die Gefahr eines möglichen Missbrauchs schon gedacht zu haben. Solche Bedenken werden dann von den Schlagzeilen wie im Fall Dennis befördert. Das Ausmaß des Misstrauens gegen Erzieher sei nicht bekannt - aber: „Es gibt immer wieder mal Eltern, die explizit nicht wollen, dass Männer ihre Kinder wickeln.“

Dabei sind der Studie zufolge nur 2,4 Prozent der Erzieher mit einer pädagogischen Ausbildung Männer (Stand 2009). Gegen das Misstrauen helfe nur Offenheit, sagt der 46-Jährige Diplom-Politologe. „In manchen Kitas werden deshalb alle Türen offen gelassen, damit jeder die Arbeit des anderen sehen und kommentieren kann.“

Das Prinzip der offenen Türen sei schon aus pädagogischen Gründen sinnvoll, sagt Krabel und ergänzt: „Kitas sollten ohnehin ein Konzept haben, das jede Form von Gewalt durch Erwachsene oder auch Kinder möglichst verhindert.“

Das gelte im übrigen auch für Erzieherinnen: „Im klassischen Geschlechterbild kommen gewalttätige Frauen gedanklich nicht vor. Das verhindert die Wahrnehmung, dass natürlich auch Erzieherinnen Gewalt gegen Kinder anwenden können - physisch und psychisch.“

dpa

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