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Panorama Autos mit E-Motoren bekommen keine Taxi-Zulassung
Mehr Welt Panorama Autos mit E-Motoren bekommen keine Taxi-Zulassung
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20:13 13.06.2017
Wolfgang Reinecke muss weiter Diesel fahren. Quelle: Moras
Hildesheim

Das Problem: Derzeit können Elektroautos nicht als Taxen geeicht werden. Für Unternehmer Hartmut Reinecke ist das ein Unding: „Wenn es irgendwo Sinn macht, dann bei uns. Wir fahren alle Diesel, und die rollen den ganzen Tag durch die Stadt - 80 Prozent unserer Fahrten finden dort statt.“ Er sei bereit für den Sprung, auch wenn der finanziell gesehen mutig sei: 80.000 statt der üblichen 40.000 Euro würden für ein neues Fahrzeug fällig. Allerdings geht Reinecke davon aus, es doppelt so lange nutzen und günstiger betreiben zu können. „Das würde sich schon rechnen“, glaubt der Hildesheimer, der an einen Tesla denkt.

Das Eichamt ist im Weg

Da ist er in Niedersachsen nicht allein. Ein Taxi-Unternehmer aus Gifhorn hat für rund 90.000 Euro einen Tesla erworben - und erst dann gemerkt, dass er den derzeit nicht als Taxi genehmigt bekommen würde. Immerhin konnte er sich mit dem Hersteller auf eine Rückabwicklung des Kaufs einigen. Von diesem Fall berichtet Gunther Zimmermann, Geschäftsführer der Fachvereinigung Taxen und Mietwagen in Niedersachsen.

Für ihn ist klar, wer Schuld an dem Dilemma hat: Bund und Länder. Die würden es nicht hinbekommen, dass die Eichämter auch Elektrotaxis genehmigen können. Im Gegenteil hätten sie den Betrieben das Leben noch schwerer gemacht. Im Wirtschaftsministerium in Hannover sieht man das anders. Elektroautos als Taxis seien sehr sinnvoll, könnten eine Vorreiterrolle einnehmen und hätten auch Anspruch auf den Umweltbonus.

Theoretisch. Praktisch steht das Eichrecht wie eine Wand zwischen Taxiunternehmer und Elektroauto. Konkret das Mess- und Eichgesetz sowie die Mess- und Eichverordnung des Bundes. Die verlangt vom jeweiligen Fahrzeughersteller eine „lückenlose Darlegung des Signalweges für das eingebaute Taxameter“, wie eine Ministeriumssprecherin erklärt. Dazu seien die Hersteller derzeit jedoch nicht bereit. „Im geltenden Eichrecht besteht kein Spielraum“, bedauert das Ministerium. „Ausnahmetatbestände“ seien nicht vorgesehen.

Modellprojekt startet 2020

Zwar gibt es eine Arbeitsgruppe von Bund und Ländern, die daran feilt, doch vor allem warten die Behörden auf Bewegung bei den Autoherstellern - während der Taxenverband es eher für geboten hält, das Eichrecht anzupassen.

In Hannover ist derzeit ein Modellprojekt mit 55 Elektroautos geplant - aber erst ab 2020. Hartmut Reinecke wird sich darum wohl zunächst wieder einen Diesel kaufen.

Von Tarek Abu Ajamieh

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