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13:10 08.04.2017
ICE- und IC-Züge sollen nach Willen von Pro Bahn im Norden öfter fahren und auch die Urlaubsregionen besser an den Fernverkehr angebunden werden.  Quelle: dpa
Hannover

Erhebliche Verbesserungen im Bahnverkehr in Norddeutschland hat der Fahrgastverband Pro Bahn gefordert. In einer am Samstag vorgelegten Studie zum Ausbau des Schienennetzes schlägt der Fahrgastverband ein dichteres Netz an ICE- und IC-Zügen vor, auch einen besseren Regionalverkehr. Auch mit beschränktem Aufwand lasse sich die Qualität des bestehenden Bahnangebots verbessern. Mit zusätzlichen Ausweichgleisen und zweispurigen Abschnitten könne die Pünktlichkeit erhöht und das Verpassen von Anschlüssen verhindert werden. Jede halbe Stunde einen ICE wünscht sich Pro Bahn vom Ruhrgebiet über Hannover nach Berlin, von Hamburg nach Berlin sowie von Hamburg über Hannover Richtung Süddeutschland.

Zwischen Hamburg und Hannover sowie auf der Linie Amsterdam-Hannover-Berlin soll der IC stündlich fahren. Für die Strecke von Hamburg über Bremen und Osnabrück ins Ruhrgebiet rät der Fahrgastverband zu einer grundlegenden Modernisierung mit dem Einsatz weiterer schneller Züge. Alle zwei Stunden einen schnellen Zug fordert Pro Bahn von Hamburg nach Kopenhagen und Aarhus.

Einen ganztägigen IC-Takt sollte es zwischen Hamburg, Rostock und Stralsund geben, einen Zweistundentakt zwischen Rostock/Stralsund und Berlin sowie zwischen Hamburg, Berlin und Dresden. Für den Urlauberverkehr sollen Harz und Küste besser angebunden werden, empfiehlt der Fahrgastverband. Fernzüge sollten wieder ohne Umsteigen in den Harz sowie nach Bremerhaven, Cuxhaven und Wilhelmshaven fahren. Für die Metropole Hamburg schlägt der Fahrgastverband ein Ausbau des U- und S-Bahnsystems vor, das bessere und umsteigefreie Verbindungen vom Umland in die City bieten und den Hauptbahnhof entlasten soll.

In allen nördlichen Bundesländern macht der Fahrgastverband sich für die teils schon ins Auge gefasste Reaktivierung von Personenzugstrecken stark. Eine Rüge gibt es indes für das Zusammenstreichen der Fahrpläne in Mecklenburg-Vorpommern, das nicht mehr tolerierbare Ausmaße angenommen habe. Weitere Stilllegungen müssten verhindert werden, appellierte Pro Bahn.

Dem Land stehe nach der Neuregelung der Regionalisierungsmittel ausreichend Geld für den Ausbau des bestehenden Nahverkehrs sowie für Reaktivierungen zur Verfügung. Nicht nur große Investitionen sondern auch kleine, wirksame Schritte zu einem besseren Bahnverkehr nimmt der Fahrgastverband in den Blick. Um stark befahrene Strecken zu entlasten, könnten Güterzüge auf schwächer genutzte Strecken wie Altenbeken-Northeim-Nordhausen oder Lübeck-Bad Kleinen-Schwerin gelenkt werden.

dpa

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