Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Panorama Fleischpate ist auch im Drogengeschäft aktiv
Mehr Welt Panorama Fleischpate ist auch im Drogengeschäft aktiv
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 14.01.2018
Die Fahnder lassen eine Harley-Davidson abtransportieren.    Quelle: NordWestMedia
Werlte

​Uwe G. kennt das schon. Wenn die Polizei kommt, dann nimmt sie ordentlich was mit, und bei dem 51-Jährigen war bisher immer einiges zu holen. Dieses Mal kamen die Beamten kurz vor Weihnachten und beschlagnahmten ein Flugzeug, von dem ein Kenner sagt, es sei „der Mercedes unter den Kleinflugzeugen“, eine Bristell. Auch ein teures Harley-Davidson-Motorrad sowie Uhren und Schmuck im Wert von 100.000 Euro wurden konfisziert.

Die Razzien fanden am 20. Dezember an mehreren Orten im Emsland statt, wie der Zoll in Hannover am Donnerstag mitteilte. Gegen Uwe G. war beinahe zwei Jahre lang verdeckt ermittelt worden. Der mit diversen Vorstrafen ausgestattete Mann ist mit der Vermittlung von osteuropäischen Arbeitern in die Schlachthöfe im Westen reich geworden und soll der Kopf eines bundesweiten Drogenrings sein.

3,5 Kilogramm Kokain

Doch Schmuck und Propellerflugzeug waren nur der Beifang. Vermögensabschöpfung nennen die Ermittler das, denn Kriminelle sollen den Gewinn aus ihren Taten nicht behalten dürfen. Vor allem fanden Zoll und Polizei dreieinhalb Kilogramm Kokain bei dem 51-Jährigen. Geschmuggelt wurden die Drogen in einem Kleintransporter. Auch den Opel stellten die Ermittler sicher.

Beamte hatten  ein Haus und  Lagerhalle in Werlte, weitere Wohnungen in Sögel und Surwold, sowie ein bewaldetes Grundstück in Waldhöfe durchsucht. Weitere Razzien gab es in Hamburg und Rheinland-Pfalz. Uwe G. soll als Kopf einer Gruppe „über einen längeren Zeitraum“ Kokain aus Osteuropa nach Deutschland geholt und weiterverkauft haben. Ein Spezialeinsatzkommando kam bei den Durchsuchungsaktionen zuhilfe – es hätte gefährlich werden können. Auf dem blickdicht umzäunten Gelände in Werlte werden Kampfhunde gezüchtet.

Die Weihnachtstage musste der 51-Jährige bereits im Gefängnis verbringen. Das Amtsgericht Osnabrück stellte am 22. Dezember einen Haftbefehl wegen Betäubungsmittelhandels aus. Seit Anfang 2016 war gegen G. verdeckt ermittelt worden. Die Überwachung sei „aufgrund des konspirativen Verhaltens“ schwierig gewesen, sagte Bernd Meier vom Zollfahndungsamt.

Langes Vorstrafenregister

Es ist nicht das erste mal, dass der 51-Jährige ins Gefängnis muss. Bewaffneter Diebstahl, illegaler Waffenbesitz, Hehlerei und auch Drogenhandel – G.hat ein langes Vorstrafenregister. Ginge es nach der Staatsanwaltschaft Osnabrück, wäre es noch länger. Vor einigen Jahren ermittelte sie gegen G. wegen Steuerhinterziehung, Sozialversicherungsbetrug und illegale Beschäftigung. Es ging um die Beschäftigung von Billiglöhnern in der Fleischindustrie. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück ging damals von einem Schaden von 5 Millionen Euro aus.  Uwe G. kam in Untersuchungshaft. Für eine Verurteilung reichte es dann nicht. Auch heute noch vermittelt die  Firma von G. Werkvertragsarbeiter in die Schlachthöfe im Emsland.

Schon damals kassierten die Ermittler auf seinem ansehnlichen Pferdehof in Spahnharrenstätte im Emsland zur Gewinnabschöpfung teure Gegenstände ein, einen schwarzen Touareg etwa.  Hinter die Mauern des Hofes habe niemand gucken können, schwarz gekleidete Security-Männer seien um das Grundstück patrouilliert, erzählt jemand aus dem kleinen Ort.   Und über Uwe G. heißt es:  „Die Leute hatten Angst vor dem.“

Von Karl Doeleke

Panorama Kritik an Berliner Justizsenator - Hatten die Plötzensee-Ausbrecher Helfer?

Die CDU fordert seinen Rücktritt, die AfD will einen Untersuchungsausschuss einsetzen. Nach der Ausbruchsserie im Gefängnis Plötzensee muss sich Berlins Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) gegen harsche Kritik wehren. Bei einer Aussprache im Berliner Abgeordnetenhaus kamen Details zu den Ausbrüchen ans Tageslicht. Auch einem Verdacht wird nachgegangen.

11.01.2018

Stolze Eltern: Fußballweltmeister Mats Hummels und seine Frau Cathy haben einen Jungen bekommen. Die frohe Kunde verbreitetet die 29-Jährige kurz nach der Geburt – natürlich über die sozialen Medien.

11.01.2018
Panorama Kinderschänder-Ring zerschlagen - Mutter bot ihr Kind zum Sex an

Es sind ungeheure Vorwürfe: Eine Mutter aus Freiburg soll ihren neunjährigen Sohn für Vergewaltigungen verkauft haben. Im Zuge der Ermittlungen zerschlugen Polizei und Staatsanwalt einen internationalen Kinderschänder-Ring und nahmen fünf weitere Verdächtige fest. Einer von ihnen ist Soldat bei der Bundeswehr.

11.01.2018