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Panorama Prozess gegen IS-Verdächtige startet
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13:00 10.07.2015
Oberlandesgericht in Celle: Hier sollen sich die zwei mutmaßlichen Terroristen verantworten. Quelle: dpa
Celle

Weil sie sich der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) angeschlossen haben sollen, müssen sich zwei Deutsch-Tunesier vom 3. August an vor dem Oberlandesgericht (OLG) Celle verantworten. Die 26 und 27 Jahre alten Männer aus Wolfsburg sollen sich als Kämpfer beziehungsweise Selbstmordattentäter dem IS zur Verfügung gestellt und an der Rekrutierung neuer Mitglieder sowie der Finanzierung der Vereinigung beteiligt haben, teilte das OLG am Freitag mit. Der 27-Jährige soll auch im Umgang mit Schusswaffen ausgebildet worden sein, um sich an Kampfhandlungen in Syrien zu beteiligen.

Es handelt sich um den ersten niedersächsischen Prozess gegen IS-Verdächtige. Wolfsburg ist ein Zentrum radikal-islamischer Salafisten. Wie das Gericht ankündigte, sind für den Prozess besondere Sicherheitsvorkehrungen vorgesehen.

Die beiden Terrorverdächtigen waren im November vergangenen Jahres nach ihrer Rückkehr nach Deutschland in Wolfsburg verhaftet worden und sitzen seitdem in Untersuchungshaft. Der 26-Jährige soll ein Selbstmordattentat im Irak geplant haben. Der Plan habe wegen der Festnahme einiger Gruppenmitglieder nicht in die Tat umgesetzt werden können. Der 27-Jährige soll an IS-Kampfeinsätzen teilgenommen haben. Beide Verdächtige hätten außerdem in einem Internetchat um neue Mitglieder geworben, was in einem Fall auch gelungen sei. Auch hätten sie der Organisation bei ihrer Ankunft in Syrien Bargeld und Mobiltelefone überlassen.

Wolfsburg ist Zentrum radikaler Salafisten in Niedersachsen

Als ein Zentrum radikaler Salafisten haben die niedersächsischen Behörden seit langem Wolfsburg im Visier. Nach Angaben von Innenminister Boris Pistorius (SPD) hat sich dort in den vergangenen Jahren ein besonderer Schwerpunkt der salafistischen Szene gebildet. Die Gruppe habe aber keine hierarchischen Strukturen.

Neben den beiden nun angeklagten mutmaßlichen Unterstützern der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) geriet Ende vergangenen Jahres ein weiterer mutmaßlicher Dschihadist aus Wolfsburg ins Visier der Justiz. Dem 29-Jährigen wurde am Flughafen Hannover die Ausreise in die Türkei verweigert. Der Mann soll neben einer großen Menge Bargeld auch eine Drohne im Gepäck gehabt haben. Die Behörden vermuten, dass der Mann sich in Syrien dem IS anschließen wollte. Ihm wurde der Reisepass entzogen.

Schon 2007 geriet ein deutsch-tunesischer Jugendlicher aus Wolfsburg ins Visier der Fahnder, weil er für die "Sauerland-Gruppe" Zünder aus der Türkei nach Deutschland geschmuggelt haben sollte.

lni

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