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Panorama In der Asse wird wieder gebohrt
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16:09 05.06.2013
Die Erkundungen in der Asse werden fortgesetzt. Quelle: dpa (Symbolfoto)
Remlingen

Am Atommülllager Asse sind Erkundungsbohrungen für einen weiteren Schacht in das marode Salzbergwerk gestartet. „Es ist die erste Infrastrukturmaßnahme, die ausschließlich der Rückholung des Atommülls dient“, sagte Wolfram König, Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), am Mittwoch. Mitten im Wald, rund 500 Meter vom bestehenden Schacht bei Remlingen entfernt, frisst sich ein Spezialbohrer in die Erde. Mit seiner Hilfe soll die Geologie bis in eine Tiefe von 790 Metern erforscht werden.

Bis Ende des Jahres erhofft sich das BfS ausreichend Daten, um sagen zu können, ob an der ausgewählten Stelle der neue Schacht gebaut werden kann. Rund zwei Millionen Euro kostet allein die Erkundungsbohrung. Sie soll auch über die Wasserzuflüsse zu dem Atommülllager Erkenntnisse bringen.

In die Asse im Landkreis Wolfenbüttel sickern täglich 12.000 Liter Wasser ein, dadurch könnte das Grundwasser gefährdet werden. Die Bergung der Fässer sei die einzige Option, um die vom Gesetzgeber geforderte Langzeitsicherheit zu gewährleisten, betonte König. „Ohne den neuen Schacht wäre die Rückholung nicht möglich.“

Es soll der fünfte Schacht in der Asse werden. Zwei der alten Schächte sind abgesoffen. In einem können gerade mal drei Menschen transportiert werden, im Hauptschacht können 14 Menschen in die Grube einfahren. Eine Evakuierung würde im Notfall so lange dauern, dass zur Zeit aus Sicherheitsgründen nur 120 Menschen gleichzeitig im Bergwerk sein dürfen. Der neue Schacht soll Platz für etwa 20 Menschen liefern. „Allerdings sollen in ihm vor allem die Fässer transportiert werden“, erläuterte Jens Köhler, Betriebsleiter der Asse GmbH.

„Nach einem theoretischen Plan könnte der neue Schacht in elf Jahren fertig sein. Das ist aber unbefriedigend“, sagte König. Er hofft, dass die gewonnenen Daten ebenso wie die Lex Asse - ein eigenes Gesetz für eine möglichst frühe Bergung - einen strafferen Zeitplan ermöglichen. Nach einem Vergleich verschiedener Optionen hatten sich BfS und Politik für eine Rückholung des Atommülls ausgesprochen.

dpa

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