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Panorama Polizei jagt überregionale Einbrecherbanden
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18:29 20.11.2017
„Schnellere Erkenntnisse über Tatzusammenhänge“: Behörden im Grenzgebiet tauschen sich besser aus. Quelle: Ingo Wagner/dpa (Symbolbild)
Lingen

Die gemeldeten Vorfälle aus dem Grenzbereich der drei Länder sollen künftig besser analysiert werden, sagte am Montag der Sprecher der federführenden Polizeidirektion Osnabrück, Marco Ellermann, bei einer Fachtagung in Lingen. So hätten die Polizeibeamten aus NRW, den Niederlanden und Niedersachsen Zugriff auf die Einbruchsdaten in der Grenzregion. „Man kann künftig die Daten visualisieren, sie übereinanderlegen und so schneller Erkenntnisse gewinnen über Tatzusammenhänge“, sagte Ellermann.

Austausch von Einbruchsdaten

Auf diese Weise ließen sich Vorgehensweisen leichter vergleichen – und die Fahnder könnten schneller auf Täterbanden kommen. Die Ermittlergruppe im Polizeipräsidium Osnabrück nahm vor einem guten Jahr ihre Arbeit auf. Polizeibehörden in NRW und den Niederlanden sind Kooperationspartner. Ende Oktober 2016 hatten deutsche, niederländische und auch belgische Polizeibehörden mit der „Aachener Erklärung“ eine engere Zusammenarbeit vereinbart. Daraus ist die „Zentrale Ermittlungsgruppe Wohnungseinbruchdiebstahl“ entstanden.

Auch die juristischen Voraussetzungen der Zusammenarbeit zwischen den Polizeibehörden seien inzwischen verbessert worden. Die 18 Analysten und Ermittler bekommen die Einbruchsdaten aus dem nördlichen Münsterland, Westniedersachsen und der niederländischen Grenzregion nun regelmäßig über eine sichere Datenleitung.

Es sei auch einfacher geworden, sich die Daten gegenseitig zur Verfügung zu stellen. Zuvor konnten die Daten nur behördenintern oder lediglich anlassbezogen grenzüberschreitend ausgetauscht werden.

35 Festnahmen

In den ersten zwölf Monaten zerschlugen die Ermittler in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Osnabrück sechs mobile überregional agierende Einbrecherbanden. Gegen zwei weitere Banden laufen derzeit umfangreiche Ermittlungen. Rund 120 Taten mit einem Schadensvolumen von mehr als 1,1 Millionen Euro wurden bislang aufgeklärt und 35 Tatverdächtige festgenommen. Die meisten von ihnen befinden sich derzeit in Untersuchungshaft.

Auch erste Haftstrafen seien von Gerichten schon verhängt worden, sagte Ellermann. Die Ermittlungen der Gruppe haben zudem zur Festnahme eines führenden Bandenmitglieds im belgischen Hasselt durch die belgische Polizei geführt. Die Bande war auf das Stehlen von Wohnwagen spezialisiert.

Im ersten Halbjahr 2017 waren nach Angaben des Innenministeriums die Einbruchsdelikte in Niedersachsen im Vergleich zum Vorjahr um 17,58 Prozent auf insgesamt 8374 Fälle zurückgegangen.

Von Elmar Stephan

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