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Panorama Immer mehr Schulschwänzer müssen zahlen
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11:29 01.04.2016
Schüler dürfen nur in begründeten Ausnahmefällen der Schule fernbleiben. Quelle: dpa
Hannover

Wenn Familien wegen eines günstigen Urlaubsfluges ihre Kinder einen Tag länger aus der Schule nehmen, droht ihnen im schlimmsten Fall ein Bußgeld. "In Niedersachsen gilt die Schulpflicht, selbstverständlich auch in den letzten Tagen vor beziehungsweise in den ersten Tagen nach den Ferien", sagte die Sprecherin des Kultusministeriums, Susanne Schrammar.

Schüler könnten nur in begründeten Ausnahmefällen etwa für eine Beerdigung oder ein Familienfest im Ausland auf Antrag beurlaubt werden. Nach den Osterferien beginnt in Niedersachsen am Montag wieder die Schule. Es gelten besonders strenge Regeln für die Zeit unmittelbar vor und nach den Ferien: Dann darf eine Beurlaubung "nur ausnahmsweise in den Fällen erteilt werden, in denen die Versagung eine persönliche Härte bedeuten würde".

"Persönliche Härte" ist Auslegungssache

Eine landesweite Statistik über die Häufigkeit bestimmter Fehlzeiten führt das Kultusministerium nicht. Schrammar sagte: "Nach unserer Erfahrung hat an den Schulen jedoch in den vergangenen Jahren die Sensibilität für dieses Thema zugenommen." Der Vorsitzende des niedersächsischen Schulleitungsverbandes, Frank Stöber, kann mit den Vorgaben des Landes zur Beurlaubung von Schülern vor und nach den Ferien gut arbeiten. "Wie man persönliche Härte definiert, ist immer irgendwie Auslegungssache, sicherlich stellt aber ein günstigerer Abflug beziehungsweise ein günstigerer Rückflug keine persönliche Härte dar", sagte der Leiter der Gesamtschule Uetze in der Region Hannover.

Wenn Kinder vor oder nach den Ferien ohne vorherigen Antrag auf Beurlaubung fehlen, kann die Schule auch ein ärztliches Attest verlangen. Stöber selbst hat sogar schon Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet, weil bestimmte Schüler häufig vor und nach den Ferien dem Unterricht fernblieben. "Das Ergebnis kann dann für die Eltern eine Geldbuße bedeuten, mindestens aber eine Verwarnung", sagte der Chef des Schulleitungsverbandes. Es sei wichtig, immer wieder ein Zeichen zu setzen und zu verdeutlichen, dass die Schulpflicht für alle gleich umgesetzt werden muss, betonte er.

1891 Anzeigen und 1887 Bußgeldbescheide in Hannover

Die Stadt Hannover verhängt immer mehr Bußgelder wegen notorischen Schulschwänzens. Im vergangenen Jahr waren es nach Angaben von Sprecher Udo Möller 1891 Anzeigen und 1887 Bußgeldbescheide. 2014 hatte die Landeshauptstadt 1118 Anzeigen bearbeitet und 995 Bescheide erlassen. In den ersten drei Monaten dieses Jahres gab es bereits 525 Anzeigen. "Tatsächlich lässt sich aus diesen Zahlen der Trend der Zunahme des Problems ablesen", sagte Möller.

dpa

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