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Panorama Elbtunnel-Röhre in Hamburg nach Lkw-Brand weiter dicht
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16:38 01.04.2011
Im Elbtunnel in Hamburg ist am Donnerstag ein Lkw ausgebrannt. Quelle: dpa

Nach dem Lkw-Brand im stark befahrenen Hamburger Elbtunnel bleibt die betroffene vierte Röhre vorerst geschlossen. Am Freitag gab es zwar bereits erste Reparaturarbeiten am Asphalt und an den Seitenwänden des Autobahntunnels, wie Helma Krstanoski von der Hamburger Stadtentwicklungsbehörde sagte. Wann der Verkehr wieder durch die Röhre rollen kann, blieb aber zunächst unklar. Autofahrer müssen daher weiter mit langen Staus rechnen.

Am Freitag stand der Verkehr bereits am Morgen in beiden Richtungen auf mehreren Kilometern Länge still. Beim einsetzenden Feierabendverkehr am Nachmittag gab es in Richtung Süden zwölf Kilometer Stau, in Richtung Norden zehn Kilometer. Nur zwei der vier Elbtunnelröhren waren in Betrieb. „Eine Röhre für jede Richtung reicht leider nicht“, sagte Polizeisprecherin Karina Sadowsky. Das Teilstück der Autobahn 7 (Hannover-Flensburg) gilt ohnehin als Verkehrsengpass. Autos und Lastwagen stauten sich auch auf der Autobahn 1. „Und die Innenstadt ist voll“, berichtete Sadowsky.

Fachleute untersuchten am Freitag, welche Schäden Hitze und Rauch in der Röhre angerichtet haben. „Es muss genau erfasst werden, was eigentlich kaputt ist - etwa die Elektrik, der Asphalt, das Bauwerk an sich“, betonte Krstanoski. Am Nachmittag gab es erste Ergebnisse: Auf einer Länge von 50 Metern sei die gesamte Elektroinstallation - zum Beispiel Brandmeldekabel, Rauchklappen und Lautsprecher - beschädigt, erklärte die Sprecherin. „Es muss elektronisch eine ganze Menge gemacht werden.“ Ob auch die Brandschutzplatten an der Tunneldecke ausgetauscht werden müssen, sei bislang unklar.

Die Behörde werde einen detaillierten Sanierungsplan erarbeiten, kündigte Krstanoski an. „Erst dann können wir sagen, wie lange die Reparaturarbeiten dauern werden.“ Anfang der Woche könnte darüber Klarheit herrschen. Sie sei aber zuversichtlich, dass die Röhre zum Osterreiseverkehr wieder frei sei - wenn der Tunnel denn überhaupt so lange dicht bleiben müsse. Weil die dritte Röhre sicherheitstechnisch derzeit aufgerüstet wird, seien die Fachfirmen bereits vor Ort: „Das ist ein Glücksfall, dass wir die nicht erst ranholen müssen.“

Die Zugmaschine eines mit 28 Tonnen Weizen beladenen Gespanns war am Donnerstag etwa in der Mitte des mehr als drei Kilometer langen Tunnels in Flammen aufgegangen. Der Brand war im Motorraum ausgebrochen. „Wir gehen fest von einem technischen Defekt aus“, berichtete Polizeisprecher Andreas Schöpflin.

Bei dem Feuer wurde niemand verletzt. Zunächst waren die Beamten von zwei Verletzten ausgegangen. Mindestens 129 Menschen, die in Fahrzeugen in der Röhre festsaßen, wurden in Sicherheit gebracht. Sie konnten etwa anderthalb Stunden nach Ausbruch des Brandes wieder zurück zu ihren Autos. Der 71 Jahre alte Lkw-Fahrer hatte sich selbst retten können. Er war mit seiner Weizenladung von Wesselburen (Kreis Dithmarschen) nach Hamburg-Wilhelmsburg unterwegs, als im Elbtunnel plötzlich die gesamte Lkw-Elektronik ausfiel - und Flammen aus dem Fahrzeug schlugen. Das Wrack des Sattelzugs wurde inzwischen geborgen.

„Wir können alle nur froh sein, dass das so glimpflich ausgegangen ist“, sagte Krstanoski. Das Sicherheitskonzept habe gegriffen. Die betroffene vierte - und jüngste - Röhre war im Jahr 2002 eröffnet worden. Der Elbtunnel ist seit 1975 in Betrieb. Wer für die Reparaturkosten aufkommt, konnte die Sprecherin zunächst nicht sagen.

dpa

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