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Panorama Ein Jahr Bewährung für Leonies Mutter
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17:29 02.12.2010
Quelle: Rainer Dröse (Archiv)

Wegen unterlassener Hilfeleistung und Falschaussage ist die Mutter der qualvoll gestorbenen Leonie zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Amtsgericht Hildesheim setzte am Donnerstag die Strafe fest, auf die sich Anklage und Verteidigung zuvor verständigt hatten.

Der Lebensgefährte der heute 33-Jährigen hatte die Vierjährige im Herbst 2007 massiv geschlagen. Die Mutter ging zunächst nicht zum Arzt aus Angst, die Misshandlungen würden auffliegen. Als sie Leonie nach erneuten Schlägen schließlich doch in eine Klinik brachte, war es zu spät, sie starb an einer Hirnblutung. Im Prozess gegen ihren Partner hatte sie diesen gedeckt. Der ehemalige Polizeibeamte wurde zu sieben Jahren Haft verurteilt.

Sie ahnte Schlimmes, wollte es sich aber nicht eingestehen und schwieg - gegenüber ihrem Partner, in der Klinik und später vor Gericht. Bereits damals habe die Frau befürchtet, dass ihr Partner Leonie schlägt, sagte ihr Verteidiger in der vergangenen Woche vor Gericht. „Sie bedauert ihr Fehlverhalten sehr.“

Im Strafprozess gegen den 41-Jährigen, den sie inzwischen geheiratet hat, beschrieb sie diesen als ruhigen Mensch, dem sie keine Gewalt zutraut. Im Berufungsverfahren verweigerte sie die Aussage. Laut ärztlichem Attest leidet die 33-Jährige heute unter Depressionen, posttraumatischen Belastungsstörungen und Panik-Attacken.

Auslöser für die Gewaltausbrüche des Lebensgefährten war damals offenbar das störrische Verhalten der kleinen Leonie, die den neuen Partner der Mutter nicht akzeptierte. Zu den letztendlich tödlichen Schlägen - das ergab der Prozess gegen den Mann - kam es jeweils, weil die Vierjährige in die Hose gemacht hatte.

dpa

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