Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Panorama Dünger belasten Grundwasser in Niedersachsen
Mehr Welt Panorama Dünger belasten Grundwasser in Niedersachsen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:06 22.02.2017
Ein Bauer düngt seine Felder. Quelle: Archiv/Symbolbild
Hannover

Im Kampf gegen die anhaltend hohe Grundwasserbelastung durch Düngerückstände der Landwirtschaft machen Niedersachsens Tierhalter erste Fortschritte. Die Gesamtmenge der in den Ställen anfallenden Gülle wurde laut dem am Mittwoch in Hannover vorgestellten Nährstoffbericht spürbar reduziert. Nach dem Bericht, den die Landwirtschaftskammer im Auftrag des Agrarministeriums erstellt hat, fielen in Niedersachsen zwischen Juli 2015 und Ende Juni des Vorjahres 58,7 Millionen Tonnen Gülle, Kot und Gärreste aus Biogasanlagen von Rindern, Hühnern, Schweinen oder Schafen an. Das ist eine Million Tonnen weniger als noch im vorigen Berichtszeitraum.

Neue Düngeverordnung tritt in Kraft

Rein rechnerisch hätte den Bauern in den Schwerpunktregionen der Tierhaltung für diese Menge 20.000 Hektar Fläche gefehlt - im letzten Bericht war es noch doppelt so viel. Mit Hinweis auf die verschärften Regelungen der demnächst in Kraft tretenden Düngeverordnung warnte Agrarminister Christian Meyer (Grüne) jedoch, dass noch immer zu viel Gülle und Gärreste auf den Feldern ausgebracht würden.

Die Bundesverordnung, die voraussichtlich am 31. März vom Bundesrat gebilligt werden dürfte, sieht strengere Regeln vor. Niedersachsens Tierhaltern würden damit schon jetzt mehr als 100.000 Hektar statt der bisher errechneten 20.000 Hektar fehlen. "Wir sind in Niedersachsen auf gutem Wege", sagte Meyer, mahnte aber: "Man wird in einigen Regionen nicht um einen Rückbau der Tierhaltung herumkommen."

Idealerweise könnte diese Reduzierung mit einem Mehr an Tierwohl einhergehen, etwa durch mehr Platz in den Ställen. Meyer: "Neue Ställe verträgt vor allem die Region Weser-Ems nicht mehr."

Verdacht: Steigendes Krebsrisiko

Im Land wird für die teils schlechte Qualität und hohe Nitratbelastung des Grundwassers vor allem die Überdüngung verantwortlich gemacht. Nitrat kann im Körper zu Nitrit umgewandelt werden, das im Verdacht steht, indirekt krebserregend zu sein.

Gülle wird von Landwirten als Alternative zum industriell hergestellten Dünger genutzt, um Pflanzen auf den Feldern nötige Nährstoffe zum Wachsen zu liefern. Grundsätzlich dürfen Landwirte nur im Rahmen des tatsächlichen Pflanzenbedarfs düngen. Die Bauern versuchen unter anderem, das Problem durch den Transport von Gülle in andere Regionen zu lösen. Deutschland hat in der EU einen der schlechtesten Plätze bei der Nitratbelastung.

Seit Jahresbeginn kontrolliert eine neue Behörde die Düngung der Böden in der niedersächsischen Landwirtschaft. Ihr Leiter Franz Jansen-Minßen kündigte einen Ausbau der Überprüfungen an, um Verstöße konsequent zu verfolgen. "Wir müssen in den Dialog treten mit den Akteuren", sagte er und kündigte an, den anstehenden Umbruch bei den Landwirten künftig beratend zu begleiten. Für die Düngebehörde wurden 16 neue Stellen eingerichtet. Es gehe um einen rechtskonformen Ausgleich zwischen ökonomischen und ökologischen Interessen, sagte Landwirtschaftskammer-Präsident Gerhard Schwetje.

dpa

Einbrecher haben sich bei Cuxhaven eine wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert. Als die Beamten sie ertappten, rasten die Einbrecher mit einem Tempo von 200 Stundenkilometern davon. Um die Verfolgung zu erschweren, warfen sie schwere Steine aus einem Autofenster - und Diebesgut.

22.02.2017
Panorama Reederei Briese sucht Lösung - Piraten kapern ostfriesischen Frachter

Piraten haben seit mehr als zwei Wochen acht Crewmitglieder eines Frachters der ostfriesischen Reederei Briese in ihrer Gewalt. Die Angreifer hatten die "BBC Caribbean" am 5. Februar vor der Küste Nigerias überfallen. 

22.02.2017

Wegen einer Rauchentwicklung im Speisewagen hat der ICE von Hamburg nach Wien kurz nach dem Start einen Halt auf offener Strecke eingelegt. In Rotenburg wurde der Zug evakuiert.

22.02.2017