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17:17 18.07.2010
In Rodenkirchen begeistert das 2. Ochsenrennen in der Wesermarsch am Sonntag mehrere Tausend Besucher. Quelle: dpa

Ochsenrennen haben in Bayern schon lange Tradition. Doch auch weit im Norden, fernab des Weißwurstäquators im niedersächsischen Rodenkirchen begeistert das 2. Ochsenrennen in der Wesermarsch am Sonntag mehrere Tausend Besucher. Insgesamt 19 Tiere mit ihren stolzen Jockeys galoppieren in Vorrunden, Viertel-, Halb- und Finale über den 80 Meter langen Rasen-Parcours inmitten der Kleinstadt und suchen „Niedersachsens next Rennochsen“. Neuer Champion ist am Ende Ochse „Willem“, geritten von Arndt Fortkamp.

Mit dabei war auch die Siegerin des ersten Ochsenrennen 2008, Mara Schwäke, mit ihrem Ochsen „Blacky“. „Ich habe schon als er noch ein kleines Kalb war viel mit ihm gemacht“, sagt die 15-Jährige. „Wenn er auf der Weide steht und ich ihn rufe, guckt er und kommt auch manchmal - wenn er nicht zu faul ist.“ An eine Titelverteidigung glaubt sie vor dem Start nicht. „Das wird dieses Jahr schwer.“ Und sie hat recht: Im Viertelfinale scheidet sie mit „Blacky“ aus.

Vor dem großen Renntag waren die Tiere mitsamt Jockeys zehn Wochen im Sommertrainingslager bei Ochsenhalter Folkert Folkens. „Der Ochse hat bei uns Familienanschluss“, sagt Folkens. Von Anfang an seien die Ochsen von Veterinären überwacht worden. Beanstandungen seitens des Amtstierarztes habe es nicht gegeben. Das bestätigt auch Rodenkirchens parteiloser Bürgermeister Boris Schierhold. „Die Fachbehörden sagen, alles ist ordnungsgemäß.“

Im Vorfeld des Ochsenrennens hatten Tierschützer kritisiert, die Volksbelustigung sei eine „Verunglimpfung der Tiere“ und nicht zulässig. „Dann muss man alles mit Tieren infrage stellen wie Kaninchenausstellungen, Hunde- oder Katzenschauen“, sagt der Bürgermeister. Man müsse sich mit der Kritik der Tierschützer auseinandersetzen, aber wenn alles ordnungsgemäß ablaufe, gebe es für ihn keinen Grund, nicht hinter dem Rennen zu stehen. Am Vormittag wurden die Ochsen für den großen Start noch mal abgeduscht und herausgeputzt. Sein pechschwarzes glänzendes Fell lässt sich der vierjährige Ochse „Koos“ dabei mit sichtlichem Genuss bürsten. Die 18 Jahre alte Frederike ist seit einem Jahr sein Jockey. „Ich betüdel ihn gern.“ Frederike kommt vom Reiten, findet inzwischen aber, dass Ochsenreiten viel entspannter ist.

Auch Grand-Prix-Gewinnerin Lena ist bei dem Ochsenrennen anwesend - zumindest musikalisch. Ihr Song „Satellite“ ist außerdem Namenspate für einen der Rennochsen. „Wir hatten erst einen anderen Namen, aber nach Lenas Erfolgssong haben wir unseren Ochsen danach benannt“, sagt Jockey Stefan Behlen. Der 22-Jährige ist angehender Landwirt und zum ersten Mal dabei. Runter gefallen sei er noch nie. „Wenn man erst einmal unten ist, kommt man schwer wieder rauf.“ Bei der Vorstellung von „Satellite“ vorm Start tönt dann auch wie selbstverständlich Lena’s gleichnamiger Grand-Prix-Hit aus den Lautsprechern. Doch um den Sieg reitet Behlen nicht mit: Für „Satellite“ ist im Viertelfinale Schluss.

Viele verschiedene Rinderrassen wie Fleckvieh, Holsteiner, Charolase und Limozin sind an diesem Tag am Start. Die rennenden Stars wiegen zwischen 600 Kilogramm und knapp einer Tonne. „Es gibt keine rennspezifische Rasse“, sagt Moderator und Zielrichter Dieter Brockhoff.

„Da muss ich fotografieren, das glaubt mir keiner“, sagt Bernhard Hanhart zu seiner Frau Anita. Beide kommen aus Harsewinkel in Nordrhein-Westfalen und sind bei Verwandten in der Nähe zu Besuch. Vom Ochsenrennen haben sie nur zufällig gehört. „Ich sehe das das erste Mal und es gefällt mir.“ Dies wird die Veranstalter freuen, denn wenn es nach ihnen geht, wird es irgendwann das 3. Rennen um den Wesermarsch-Rennochsenchampion geben. Hanhart kommt auch aus der Landwirtschaft und kann Kritik an solchen Rennen nicht verstehen. „Wenn der Ochse nicht laufen will, dann läuft er nicht.“

dpa

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