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Panorama Die Bahn testet "Entspannungswaggons"
Mehr Welt Panorama Die Bahn testet "Entspannungswaggons"
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18:59 13.04.2016
Probier’s mal mit Gemütlichkeit: Die Bahn testet Waggons mit gedimmtem Licht und dezenten Klängen. Quelle: dpa
Hannover
Zug (4,8 MB)

„Lichtklang“ nennt sich dieses Pilotprojekt, das voraussichtlich bis Ende Mai laufen soll: In allen Regionalexpresszügen zwischen Norddeich und Hannover ist ein Doppelstockwagen zum Entspannungswaggon umgerüstet worden. In diesen Wagen, heißt es in einer DB-Mitteilung, wurden die „Geräuschkulisse, die eigens von Musikwissenschaftlern entwickelt wurde und im Zug nur sehr dezent wahrnehmbar ist, sowie das Lichtkonzept verändert“. Weniger Helligkeit solle für eine ruhigere Atmosphäre sorgen.

Damit kein müder Passagier sich versehentlich in den Traumzug verirrt und dann tatsächlich das Aussteigen verschläft, sind die Waggons von außen und innen deutlich sichtbar markiert. Licht und Ton wurden bereits vorab getestet: Über 50 Versuchspersonen bewerteten in einem stationären Zuglabor verschiedene Klänge, Türöffnungstöne und Lichtkonzepte. Ihre Vorauswahl wurde jetzt für die Erprobung im laufenden Betrieb übernommen. „Wenn unsere Fahrgäste damit zufrieden sind, können wir uns eine Ausweitung auf andere Züge vorstellen“, so Martina Wrede, Marketing-Referentin der DB Regio.

Die Bahngesellschaft Metronom, die mehrere Regionalbahnlinien in Norddeutschland betreibt, geht schon länger auf spezielle Kundenbedürfnisse ein: Nach ersten Testläufen seit 2012 wurden 2014 alle Züge mit einem „Ruhewagen“ ausgestattet. „Hier werden die Fahrgäste freundlich, aber bestimmt gebeten, sich ruhig zu verhalten“, schreibt die Gesellschaft auf ihrer Homepage. Außerdem gibt es weniger Lampen und nur noch halb so viele Lautsprecher wie üblich – „gerade so viel, dass wichtige Durchsagen noch gehört werden“.

Außerdem führte Metronom einen „Mehrzweck- und Snackwagen“ ein. Hier ist Platz für Kinderwagen oder Rollstühle, und an Automaten werden nicht nur kleine Imbisse und fair gehandelter Kaffee angeboten, sondern auch Kondome. Anfangs zählten sogar Schwangerschaftstests zum Angebot. Sie wurden aber zu selten nachgefragt – vielleicht weil Kondome sich zu gut verkauften?

von Eckhard Stengel

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