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Panorama Deutschland steht wieder ein Hitzewochenende bevor
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08:02 09.07.2010
Der Sommer ist da: Aber einen Hinweis benötigt bei den Temperaturen eigentlich niemand mehr. Quelle: dpa

Deutschland schwitzt unter der zweiten großen Hitze dieses Sommers – und ein Ende ist nicht in Sicht. „Es wird noch schlimmer, denn es dauert länger“, sagt Meteorologe Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Den Höhepunkt der aktuellen Hitzewelle erwarten die Meteorologen für das Wochenende. Dann soll es tagsüber bis zu 37 Grad heiß werden. In den Nächten sinkt die Temperatur vielerorts nicht unter 20 Grad – die Meteorologen sprechen dann von Tropennächten, und die Schlafsuchenden wissen, warum. Ab Sonnabend können nachmittags Gewitterwolken aufziehen, eine echte Abkühlung bringen sie nicht. Denn gleichzeitig wird die Luft vor allem im Westen und Südwesten feuchter, sodass die gefühlten Temperaturen dort schon fast unerträgliche Werte bis 40 Grad erreichen.

„Zadok“ und „Leonore“ heizen ein
Wie vor einer Woche, als Deutschland unter der Gluthitze stöhnte, bestimmen ein Hoch und ein Tief das Wettergeschehen: Hoch „Zadok“ über Zentraleuropa und Island-Tief „Leonore“ lenken mit vereinten Kräften heiße Luft aus Süden heran. Das Hoch, das ganz langsam nach Osten wandert, sorgt von Spanien bis Polen für große Hitze. Mit den Temperaturen geht es jeden Tag nach oben. Fast ungestörter Sonnenschein heizte die Luft am Donnerstag entlang von Rhein, Main, Mosel und Neckar auf bis zu 34 Grad auf, heute wird es noch etwas heißer.

Schwül-heiß geht es weiter
Ein Ende der Hitze sei nicht in Sicht, sagt Meteorologe Stefan Külzer vom Deutschen Wetterdienst und gibt nur einen Hauch Hoffnung: „Vielleicht wird es am Dienstag ein bisschen kühler.“ Erst Ende kommender Woche bestehe eine gewisse Chance auf grundlegende Wetteränderung. Bis dahin bleibt es tagsüber um die 30 Grad heiß. Der Deutsche Wetterdienst in Frankfurt teilt mit, dass Temperaturen bis zu 34 Grad erreicht werden. Dabei wechseln sich heitere Abschnitte und stärkere Quellbewölkung ab, aus der sich bei anhaltender Schwüle immer wieder zum Teil kräftige Gewitter entwickeln können, die örtlich mit unwetterartigem Hagelschlag und Starkregen einhergehen.

Zufluchtsorte
Zwei Zufluchtsorte empfiehlt Meteorologe Friedrich Hitzegeplagten: Auf der Nordseeinsel Helgoland im Nordwesten werde es auch am Wochenende nicht wärmer als 24 Grad. Und auf Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze in den Alpen, seien bei 15 Grad plus Schneeballschlachten möglich. Die Schneehöhe liege bei 1,55 Metern.

Bauern bangen um Ernte
Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, rechnet mit einer unterdurchschnittlichen Getreideernte in Deutschland. Wegen der Trockenheit und Hitze sei eine mittlere Ernte bereits gefährdet, sagte Sonnleitner am Donnerstag zum bundesweiten Ernteauftakt. Wenn der Regen noch mehrere Tage ausbleibe, werde das Ergebnis weit unter 45 Millionen Tonnen liegen. Der Durchschnittsertrag bei Getreide beträgt 47 Millionen Tonnen.

Weizen besonders betroffen
„Trockenheit, Hitze und Wassermangel wird den Weizen am stärksten betreffen, weil er gerade dabei ist, die Körner zu füllen“, sagte Gerhard Baumgärtel, Leiter des Fachbereichs Pflanzenbau der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Die Gerste hingegen ist bereits fast reif und leidet weniger unter der Hitze. Kartoffeln und Zuckerrüben wachsen momentan langsam, auch der Mais entwickle sich laut Landwirtschaftskammer in vielen Gebieten schlecht. Sollte der Futtermais vor der Blüte zu trocken werden, bilde er nur kleine Kolben aus. Wenn es nicht bald regnet, müssen die Bauern starke Ertragseinbußen befürchten.

Erdbeeren werden matschig
Unter Temperaturen über dreißig Grad leiden auch die Erdbeerbauern. „Durch die Hitze werden die Erdbeeren weich“, sagte Rudolf Faby, bei der Landwirtschaftskammer für Beerenobst zuständig. Auch wiesen die Beeren helle Sonnenflecken auf, wenn sie unter den Blättern hervorschauten. Die Händler kauften diese Erdbeeren nicht ab. „Wenn wir jetzt ständig dreißig Grad haben, dann muss die Vermarktung eingestellt werden.“

Optimales Wetter für Kirschen
Andere Früchte wie Himbeeren, Stachelbeeren und Johannisbeeren profitieren hingegen von der Sonne. „Die Trockenheit ist gut für die Qualität. Das Säure- und Zuckerverhältnis ist optimal“, sagte eine Sprecherin des Landesbauernverbandes. Besonders süß schmecken in diesem Jahr die Kirschen. „Das ist ein Topwetter. Für Kirschen ist eher Regen ein Problem, dann platzen sie nämlich alle auf.“

r./dpa/ap

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