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Panorama Schluss mit Denglisch
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17:06 23.06.2013
Die Deutsche Bahn will die deutsche Sprache besser pflegen. Quelle: dpa
Berlin

Die Deutsche Bahn und die englische Sprache: Eine viel beachtete Liasion steht vor dem Aus. Jahrelang war das Verhältnis von öffentlicher Häme, Kritik und Augenzwinkern begleitet worden. Selbst ein Reporter des britischen Senders BBC wunderte sich vor einigen Jahren über das viele Englisch beim Zugfahren in Deutschland. Zweimal bekamen Bahnchefs den unrühmlichen Titel „Sprachpanscher des Jahres“ verliehen, zuletzt Hartmut Mehdorn im Jahr 2007. Im Sprachdickicht aus Service Points, Countern und BahnCards sorgten auch die häufigen englischen Durchsagen in den Zügen für verdrehte Augen bei vielen Fahrgästen.

Nachdem unter Bahnchef Rüdiger Grube Service Points bereits zu DB Informationen und Counter wieder zu Schaltern geworden waren, holt die Bahn nun zum vermeintlich großen Schlag gegen den ungepflegten Sprachmix aus Deutsch und Englisch - das „Denglisch“ - aus. In einem Glossar sollen die Mitarbeiter künftig nachschlagen können, etwa wie noch mal das deutsche Wort für Flyer war („Handzettel“ oder „Broschüre“) oder wie man Highlights auch nennen kann („herausragende Leistungsaspekte“). Stolze 2200 Einträge hat das Werk immerhin.

Sind damit die Zeiten vorbei, in denen Buchtitel wie „Senk ju vor träwelling“ das Englisch bei der Bahn verhohnepipelten? Auf Twitter hatten manche Kommentatoren kurz nach Bekanntwerden der Bahn-Pläne erneut nur Hohn und Spott übrig. Sie störten sich etwa daran, dass die Bahn künftig Service-Nummer statt Hotline sagen will. Andere fanden die Initiative dagegen gut. Nutzer @Mezgrman etwa hoffte, dass die ICEs (Intercity-Express) nun nicht in „ZwischenStadtExpress“ umbenannt würden.

Das steht nicht zu befürchten, denn ganz ohne Englisch wird es auch in Zukunft bei der Bahn nicht gehen: Eingeführte Marken wie Call-a-Bike oder die BahnCard sollen nicht angetastet, gegebenenfalls aber um deutsche Erweiterungen ergänzt werden, zum Beispiel um „Das Mietrad-Angebot“.

Auch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) - selbst ein Sprachpfleger im eigenen Haus - will den ICE nicht umtaufen. „Hier lässt sich das Rad nicht mehr zurückdrehen“, sagte er der „Welt am Sonntag“. Man habe auch nichts gegen englisch klingende Markennamen oder englische Durchsagen - nur der unverständliche Mix aus Deutsch und Englisch soll es eben nicht mehr sein, hieß es im Ministerium.

Die Reaktionen zeigen, wie schwierig Sprachpflege ist. Der Verein Deutsche Sprache, der den Titel des „Sprachpanschers“ vergibt, zählte vor Jahren bereits rund 8000 englische Wörter im deutschen Gebrauch. Die selbst ernannten Sprachpfleger stören sich vor allem an der ausschweifenden Nutzung englischer Vokabeln, wie sie eben lange bei der Bahn vorherrschte. Letztlich gilt aber auch: Sprache ist im Fluss, ständig werden neue Wörter gebildet oder Fremdwörter übernommen. Das Ringen um einen gepflegten Gebrauch wird somit wohl nie enden - auch bei der Bahn nicht.

dpa

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