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Panorama Der tiefe Fall des Darknet-Millionärs
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14:21 25.07.2017
Das Anwesen des toten AlphaBay-Betreibers Alexandre Cazes. Der Kanadier soll ein Vermögen von 21 Millionen Dollar besessen haben. Quelle: AP
Bangkok/Hannover

Alexandre Cazes verdiente prächtig. So prächtig, dass er nicht nur ein Vermögen von 21 Millionen Euro anhäufte, sondern sich auch vier Lamborghinis geleistet haben soll. Ein gefragter Mann war der 25-Jährige ohnehin.

Besonders die Behörden in Thailand, Kanada und USA interessierten sich für den Internet-Millionär. Denn der hatte seinen Reichtum mit seiner Plattform AlphaBay erwirtschaftet. Auf der Webseite im Darknet fand ein reger Handel mit Waffen, Drogen und gestohlenen Daten statt. Cazes musste nur die Hand aufhalten und kassierte Vermittlungsgebühren für jede Transaktion.

Was ist das Darknet?

Das Internet unterteilt sich in zwei Bereiche: Das sichtbare „Sureface Web“ umfasst alle Inhalte, die von Suchmaschinen indiziert werden können. Mit Google und Co. kann allerdings nicht das „Deep Web“ erschlossen werden. Dafür sind bestimmte Browser notwendig. Innerhalb des „Deep Webs“ existiert das „Darknet“. Dort kommunizieren Nutzer völlig anonym. Klarnamen oder IP-Adressen sind weder sichtbar noch können sie zurückverfolgt werden.

Doch am 5. Juli war alles vorbei: Thailändische Behörden nahmen Cazes in Bangkok fest. Ein Woche später erhängte er sich mit einem Handtuch in seiner Zelle. Laut Polizei hatte der Kanadier rund sieben Jahre lang als Programmierer unter falschem Namen mit seiner thailändischen Freundin in dem südostasiatischen Land gelebt.

Sein Vermögen zogen die Behörden ein. „Wir haben bereits seinen Lamborghini, seinen Porsche und sein Haus beschlagnahmt“, sagte der stellvertretende Polizeichef Chalermkiat Srivorakan der Deutschen Presse-Agentur. Der Rest werde folgen. Demnach bestehe ein Großteil des Vermögens des Mannes aus der Internet-Währung Bitcoin.

Das Darknet als Goldgrube

An AlphaBay verdienen unterdessen die Partner von Cazes nichts mehr. Am 20. Juli verkündete das US-Justizministerium das endgültige Aus für die Plattform. Das Ebay für Waffenschieber und Drogen-Dealer wurde geschlossen. Mit AlphaBay sei die größte bisher bekannte Darknet-Vertriebsstruktur ausgehoben worden, sagte US-Justizminister Jeff Sessions.

Am 4. Juli zog das US-Justizministerium die Tauschbörse AlphaBay aus dem Verkehr. Quelle: U.S. Department of Justice

Laut US-Justizministerium tummelten sich mehr als 200.000 Käufer und 40.000 Händler auf der Plattform. Die boten bis zu 350.000 Produkte feil. Die Angebote reichten von Heroin, über Waffen bis hin zu gefälschten Dokumenten und Spionage-Software. Im Technik-Magazin Wired bezifferte ein Experte die täglichen Einnahmen auf 600.000 bis 800.000 Dollar.

Auch in Deutschland gelang Behörden Anfang Juni ein Schlag gegen Internet-Kriminelle. Das Bundeskriminalamt (BKA) schloss das Darknet-Portal „Deutschland im Deep Web“. Dort hatte sich der Attentäter David S. eine Glock 17 gekauft. Am 22. Juli 2016 erschoss er neun Menschen im Olympia-Park in München. Das Portal war Marktplatz für rund 20.000 anonyme Drogen- und Waffenhändler.

Von RND/sos

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