Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Panorama Der Problembär
Mehr Welt Panorama Der Problembär
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:08 23.02.2015
Auch Biotonnen dienen ihm als Nahrungsquelle: Der Waschbär. Quelle: Uwe Zucchi
Hildesheim

Es war eine klare Vollmondnacht, als im Jahr 1976 die Dackel eines Jägers einen Waschbären im Nettlinger Vorholz zur Strecke brachten. Das war wohl einer der ersten Waschbären, die im Kreis Hildesheim „erlegt“ wurden. Inzwischen ist die Population der Kleinbären dramatisch angewachsen, sie kommen heute beinahe flächendeckend vor.

Der Jagdberechtigte für den Bereich Ruthe, Heinrich Deppe, betreibt drei Fotofallen, also Kameras, die automatisch auslösen. Täglich kontrolliert er die aufgenommenen Bilder. „Ich habe jeden Morgen an allen Plätzen zwei bis drei Waschbären drauf“, berichtet Deppe, der früher das Lehr- und Forschungsgut der Tierärztlichen Hochschule Hannover in Ruthe geleitet hat. Er versucht, wie seine Jägerkollegen in der Region auch, dem Problem Herr zu werden. „Es ist nicht ganz einfach“, räumt Deppe ein, denn die Tiere sind nachtaktiv.

Besonders wohl fühlen sich die Tiere in Auen- und Mischwäldern wie etwa in den Naturschutzgebieten Innersteaue-Mastberg und Haseder Busch. Hier finden sie als gute Kletterer Ruheplätze für den Tag in den Baumhöhlen alter Eichen. Nachts ist der Waschbär pausenlos auf Futtersuche. Der bis zu neun Kilogramm schwere Allesfresser ernährt sich von anderen Tieren, aber auch von Getreide, Mais oder Obst. Eine besondere Vorliebe hat er für Eier, so dass ihm manches Vogelnest zum Opfer fällt. Stockenteneier in Flussnähe sind immer gefährdet. Das Tier wildert aber auch im Hildesheimer Stadtgebiet, vorzugsweise in Obst- und Vorgärten. Biotonnen dienen ihm als zusätzliche Nahrungsquelle.

Gefährlich werden Waschbären nach Angaben von Kreisjägermeister Dr. Joachim Algermissen für heimische Tiere und Pflanzen: „Die sind dabei, einheimische Arten zu vernichten. Der Waschbär ist ein Problem.“ Naturschützer bestätigen diese Einschätzung. „Er gehört nicht zur heimischen Fauna“, sagt Matthias Köhler, Vorsitzender der Kreisgruppe Hildesheim des Bund: „Ich sehe es schon so, dass man die, soweit es geht, bekämpfen sollte.“

Waschbären gelten als sogenannte Neozoen, also als Tierart, die hierzulande nicht heimisch ist. Eingeführt wurden sie ebenso wie Nerze oder Marderhunde einst aus Amerika, um aus ihrem Fell Pelze herzustellen. Verbreitet haben Waschbären sich dadurch, dass sie aus Farmen ausgebrochen sind oder ausgesetzt wurden. In ganz Niedersachsen registrierten die Jäger im Jagdjahr 2013/14 insgesamt 8414 zur Strecke gebrachte Waschbären, die meisten in den Landkreisen Göttingen, Northeim und Lüchow-Dannenberg.

Von Günter Kohrs und Sebastian Knoppik

Die Zahl der Organspenden in Niedersachsen hat im Jahr 2014 nach einem Einbruch wegen des Organspende-Skandals an der Göttinger Uni-Klinik wieder zugenommen. Sie stieg im Jahr 2014 auf 269 Organspenden, das waren 34 mehr als im Vorjahr. In Deutschland warten rund 10.600 Patienten auf ein Spenderorgan.

26.02.2015

Tiere, Landschaften, Gebäude, Fantasiegestalten, Portraits und Ornamente: Die Zelle des Langzeit-Psychiatriepatienten Julius Klingebiel im ehemaligen Landeskrankenhaus Göttingen ist ein beispielloses Kunstwerk. Nun soll es dauerhaft für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden - möglicherweise im Sprengel Museum Hannover.

23.02.2015
Panorama Tscheche startet Trabi-Abenteuer - Mit der Rennpappe durch Australien

Mit Trabant, Polski-Fiat und Jawa-Motorrädern die Wüste von Australien durchqueren: Das ist das Ziel des Prager Abenteurers Dan Priban. Crowdfunding macht es möglich.

23.02.2015