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Panorama Der Waschbär als Therapie-Tier
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10:26 16.01.2018
Seinen Ruf als müllvernichtendes Raubtier wird der Waschbär nicht so schnell los. Quelle: dpa
Sankt Petersburg

Erst kürzlich wieder gaben grobe Schätzungen und Tendenzen die Stadt Kassel als Deutschlands inoffizielle Waschbären-Hauptstadt aus. Nicht ganz zu Unrecht, schließlich ist den Nordhessen ein kurioser Fall aus dem vergangenen Jahr noch im Gedächtnis, als sich ein vermeintlicher Einbrecher lediglich als vierbeiniger Langfinger entpuppte. Die ausgerückte Polizei fand neben dem überraschten Bewohner, ein verwüstetes Wohnzimmer und einen neugierigen Waschbären vor, der sich widerstandslos einfangen ließ.

So häufig, so bekannt ist das Urteil über den Waschbären, dass man bei den Bildern über den Einsatz als Therapietier ins Staunen versetzt wird. Ungewöhnlich ist die Geschichte vom Waschbären als Seelsorger nicht. Schließlich kam bereits vor knapp zwei Jahren Waschbär Cody internationale Aufmerksamkeit zuteil, als sich der Gesundheitszustand einer jungen Britin nach ihrer Chronischen Erschöpfung und Bindegewebsstörung erst durch einen neuen Mitbewohner besserte. Waschbär Cody bekam einen Facebook- sowie einen Instagram-Account, damit auch andere Leute von seinen positiven Fähigkeiten erfahren sollten.

Die Mitarbeiterinnen des russischen Enotovil-Projekts in Sankt Petersburg können sich derzeit vor dem Zulauf interessierter Kinder kaum retten, die die Waschbären aus nächster Nähe betrachten wollen. „Wir haben mit vielen Psychologen zusammengearbeitet, um zu beweisen, dass die Therapie sinnvoll ist und funktioniert. Wir haben mit autistischen Kindern gearbeitet, die durch das Spiel mit den Waschbären anfingen, sich immer mehr zu öffnen“, erklärt Yulia vom Enotovil.

Als Haustiere sind die pelzigen Vierbeiner allerdings nicht erlaubt. Ein EU-Gesetz verbietet das Halten von Waschbären im eigenen Heim, wenn keine explizite Genehmigung zur Haltung exotischer Haustiere erforderlich ist. Das Land Berlin beispielsweise verbietet das Füttern und Halten der Tiere nach Landesrecht. Da er keine domestizierte Tierart sei, könne er sich in den engen vier Wänden mitunter unvorhersehbar und aggressiv verhalten.

Von RND/krö/dpa

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