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Panorama Der Leuphana-Neubau kann bezogen werden
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20:56 31.01.2017
Entwurf: Daniel Libeskind. Das neue Zentralgebäude der Leuphana-Universität in Lüneburg hat die Bauabnahme überstanden. Quelle: Philipp Schulze
Lüneburg

Zwei Tage lang haben Mitarbeiter der Behörden den zackigen Neubau nach dem Entwurf von Daniel Libeskind auf Sicherheit und Brandschutz überprüft, dann kam die Nachricht: Die Uni darf das Gebäude ab sofort nutzen. Damit ist klar: Die EU-Förderung von rund 14 Millionen Euro kann fließen - die Zahlung wäre gefährdet gewesen, wenn der Bau nicht bis Ende Januar fertig geworden wäre.

Das Eröffnungskonzert am 11. März ist längst ausverkauft. Die ersten Studenten allerdings werden erst im April einziehen, mit Beginn des Sommersemesters.

„Ich freue mich, dass wir diese letzte Hürde jetzt genommen haben und nun wie geplant mit der Nutzung des Gebäudes beginnen können“, sagte Uni-Präsident Sascha Spoun unmittelbar nach der Bauabnahme. Niedersachsens Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne) nannte die Bauabnahme einen „wichtigen Meilenstein“.

Gleichzeitig wies die einstige oppositionelle Neubau-Kritikerin auf die stärkere Kontrolle durch die rot-grüne Landesregierung seit 2013 hin: Die Bauabnahme sei „auch ein Erfolg der engen Begleitung und verbesserten Steuerung des Bauprojektes“, die entscheidend mit zu einem stabilen Bauablauf beigetragen habe.

Im Februar ziehen Forscher ein

Jetzt sind die Handwerker gehalten, Restarbeiten im Innenausbau zu erledigen, außerdem steht die Endreinigung noch aus. Erst dann werden Tische, Schränke und Stühle in den Neubau gebracht: teils neue Stücke, teils gebrauchte aus anderen Standorten der Universität. Noch im Februar sollen die ersten Wissenschaftler in das Forschungszentrum des Neubaus einziehen, mehr als 200 Arbeitsplätze stehen zur Verfügung.

Mit der Bauabnahme steht ein höchst umstrittenes Gebäude auf dem Campus der Lüneburger Universität, mit dem zu Beginn der ersten Planungen vor zehn Jahren wohl kaum jemand gerechnet hatte - außer den Planern selbst: Uni-Präsident Spoun, dem damaligen Vizepräsidenten Holm Keller und Architekt Daniel Libeskind.

Mehr als 100 Millionen Euro Kosten anstelle von 57,7 Millionen, eine drei Jahre längere Bauzeit als geplant: Das Lüneburger Audimax wird gern die „Elbphilharmonie Niedersachsens“ genannt. Der spektakuläre Bau des New Yorker Stararchitekten Daniel Libeskind steht an einer Einfallstraße im Süden Lüneburgs, direkt an den Blöcken einer ehemaligen Kaserne aus der Zeit nationalsozialistischer Aufrüstung. Dort ist die aus der 1946 gegründeten Pädagogischen Hochschule hervorgegangene Universität zu Hause.

Erst Anfang Dezember hatte die Landesregierung weitere knapp 15 Millionen Euro für den Bau bewilligt, das Land ist seitdem mit 36 Millionen Euro beteiligt. Neben EU und Land gehören unter anderem Stadt und Landkreis Lüneburg, Bund und Landeskirche Hannover zu den Geldgebern. Auf 92,5 Millionen Euro werden die Kosten offiziell beziffert, die Universität rechnete aber bereits damit, die Marke von 100 Millionen bis zur Fertigstellung zu übersteigen. Wie groß die Finanzierungslücke tatsächlich wird und wer für die noch offenen Posten aufkommt, ist zurzeit unklar.

Die drei Besonderheiten des Libeskind-Baus

Übliche Erwartungen an Architektur werden von dem Zentralgebäude enttäuscht: Es besitzt keine Achsen und rechten Winkel. Das rüttelt den Orientierungssinn durcheinander. Die Wände aus Sichtbeton fühlen sich so glatt an wie Marmor. Das Belüftungskonzept hat die TU Braunschweig entwickelt, die Fenster lassen sich per Lithium-Ionen energiesparsam verdunkeln. Errichtet ist das Gebäude teilweise in Stahlbeton, teilweise in Stahlskelettbauweise. Die Außenhülle besteht aus rautenförmigen Platten aus Titanzinkblech.

Das neue Zentralgebäude beherbergt 13 000 Quadratmeter Nutzfläche, etwa die Hälfte davon steht für die Forschung zur Verfügung. Es gibt ein Studierenden- und ein Seminarzentrum sowie eine Cafeteria. Der Raum der Stille ist interreligiös angelegt und wird von den christlichen Kirchen und jüdischen Gemeinden mitfinanziert. Herz ist das Audimax mit seinen 1200 Plätzen. Es dient nicht nur der Universität, sondern auch als Ersatz für die nicht vorhandene Stadthalle – also für Konzerte und öffentliche Veranstaltungen der Kommunen.

Mit 14 Millionen Euro fördert die Europäische Union den Bau. Die Mittel stammen aus dem sogenannten Innovations-Inkubator, einem Projekt zur regionalen Wirtschaftsförderung. Zwischen 2009 und 2015 hatten EU und Land Niedersachsen rund 98 Millionen Euro in die Region gepumpt. Ziel war die bessere Verknüpfung von Wissenschaft und Wirtschaft. Im neuen Zentralgebäude sollen für die 14  Millionen Euro aus Brüssel mehr als 200 Arbeitsplätze für Wissenschaftler entstehen, deren Forschung einen engen Bezug zur Wirtschaft hat.

von Caroline George

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