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Panorama Das sind die schlechtesten Kinofilme 2016
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12:28 29.12.2016
„Vier gegen die Bank“ – Starregisseur Wolfgang Petersen lässt einiges erwarten. Was am Ende fehlt ist vor allem eines: Der Witz. Quelle: dpa
Hannover

Oliver Kalkofe und Peter Rütten, die Tele 5-Moderatoren der Kultreihe „Schlechteste Filme aller Zeiten (SchleFaZ)“, werden sich freuen: sie haben haufenweise neues Futter für ihre Sendung. 2016 hat so manche kostspielige Produktion dabei, die er in die Mülltonne statt auf die Kinoleinwand gehört. Das ist die Flop 10 des Jahres:

„Independence Day – Wiederkehr“

Man sieht sich immer zweimal im Leben. Die besiegten Aliens von 1996 kehren 20 Jahre nach „Independence Day“ zurück, wollen Rache, und treffen erneut auf eine tapfere, geeinte (!) Menschheit. Roland Emmerich hat preiswerte Hollywood-Alteisen wie Bill Pullman und Jeff Goldblum rekrutiert, um alles Geld in die irdischen und außerirdischen Effekte investieren zu können. Ergebnis: Unterirdisch langweilig.

„Ein ganzes halbes Leben“

Nachdem man Emilia Clarke in der Serie „Game of Thrones“ als mannhafte blonde Herrin über tausende Reiter und Fußsoldaten gebieten sah, war man überzeugt, sie mache auch als brünette Pflegekraft eines einzelnen querschnittsgelähmten Mannes gute Figur. Fehlanzeige. Mit Frisuren, die sie als Pippi Langstrumpf des amerikanischen Pflegesektors ausweisen und strapaziösen Schusseleien kichert sich die Darstellerin durch ein dürftiges Drama, bis der Zuschauer den Filmtitel für seine Spielzeitangabe hält.

„Ice Age 5 – Kollision voraus“

In der Reihe um ein Faultier, ein Mammut und einen Säbelzahntiger ist diesmal ein Asteroid auf Kollisionskurs mit der Eiszeit-Erde. Die Macher der Filmreihe „Ice Age“ fühlen sich lange schon keinem echten Erdzeitalter mehr verpflichtet. Mit rosa Faultierprinzessinnen und Einhörnern gehen sie uns diesmal aber so schwer auf die Nerven, dass wir uns den großen Einschlag inniglich wünschen. Stattdessen naht „Ice Age 6“.

„Vier gegen die Bank“

Weil Hollywood-Dauerleihnahme Wolfgang Petersen Jahrzehnte nach dem „Boot“ mal wieder in der alten Heimat drehte, drehten viele Filmmedien vor Begeisterung gleich halb durch. Halbgar war dann aber das Resultat, ein Remake von Petersens 40 Jahre altem TV-Rififi „Vier gegen die Bank“, in dem die deutschen Superstars Til Schweiger und Matthias Schweighöfer als unverhoffte Panzerknacker auf ein vornehmlich weibliches Publikum zielen. Die anderen beiden der „Vier“ sind Michael „Bully“ Herbig und Jan Josef Liefers. Fehlt nur noch der Witz.

„Knight of Cups“

Oje! Wir müssen wieder rein in den Kopf von Seelenklempner Terrence Malick, der früher mal tolle Filme wie „Badlands“ oder „The New World“ gedreht hat. Hier verschwendet er nicht nur die Zeit von Stars wie Christian Bale, Cate Blanchett und Natalie Portman, indem er sie zu verblasenem Off-Geschwafel auf und ab und gern auch mal hin und her laufen lässt. Er verschwendet auch die der Zuschauer, dem er Erlebnisse Bales mit sechs Frauen verspricht. Klingt erstmal aufregend, die Zwei-Stunden-Beziehungskiste vergeht allerdings wie im Kriechgang.

„Stolz und Vorurteil und Zombies“

Zombies sind penetrant, sie dringen inzwischen sogar in Romane von Jane Austen ein. Der von Standesdünkel durchdrungene D’Arcy (Sam Riley)kann sich deshalb in „Stolz und Vorurteil und Zombies“ nicht so recht auf die selbstbewussten Bennet-Schwestern konzentrieren, weil ihn nämlich Zigtausende Untoter fordern, die das putzige England verheeren und auf London zumarschieren. Die Untoten in diesem unter anderem von Natalie Portman produzierten Horror-Gesellschaftsdrama-Mash-up sind nur leider weder gruselig noch lustig. Und die Schockschminke sitzt in der Serie „The Walking Dead“ auch besser.

„Wie Männer über Frauen reden“

Wie tief die deutsche Komödie doch sinken kann. Eine Truppe bildungsskeptischer Stadtmänner plappert in Henrik Regels „Wie Männer über Frauen reden“ unter Führung von Oliver Korritke Chauvinistenprosa über Sex, bittet junge Frauen in die Horizontale und bringt dabei das Fremdschämzentrum in Zuschauers Gehirn in Infarktnähe. Natürlich sind die Frauen des Films sexaffin, zugleich aber auf romantische Dauerbeziehungen aus. Und natürlich steckt auch in den Sexisten der Pantoffelprinz für drei Zimmer, Küche, Bad und Kinderschar.

„The First Avenger – Civil War“

Wer hätte je gedacht, dass aus Iron Man und Captain America mal Widersacher würden. Genau das passiert in „The First Avenger – Civil War“, weil der eine von beiden die Avengers genannte Superheldentruppe der UN unterstellen will, der andere nicht. Die Comicverfilmung gipfelt in einer Zerstörungsorgie, die den Leipziger Flughafen zum zweiten deutschen Sorgenairport (nach Berlin) werden lässt. Problem: Hier wird so viel gehauen und verdroschen und kaputt gemacht, dass die Effekte irgendwann am Zuschauer abprallen und die Avengers nur noch als lächerliche Menschen in lächerlichen Gewändern erscheinen.

„Der junge Messias“

Über Jesus als Kind hat die Bibel nicht soviel zu sagen, die Schriftstellerin Anne Rice („Interview mit dem Vampir“) weiß da umso mehr. In Cyrus Nowrastehs schlafförderndem Religionsdrama „Der junge Messias“ muss sich der Titelheld gegen einen aufdringlichen metrosexuellen Teufel (Rory Keenan) ebenso wehren wie gegen einen Römer, der ihn im Auftrag von Herodes Antipas umbringen soll. Um wach zu bleiben, fragt sich der Zuschauer immer mal wieder, ob „Herr der Ringe“-Star Sean Bean nun so grimmig dreinblickt, weil der Gehaltsscheck eine Null zu wenig aufwies oder weil ihn die römische Uniform wie einen Playmobilzenturio aussehen lässt.

„Ghostbusters“

Schon die beiden alten „Ghostbusters“-Streifen mit Bill Murray und Dan Aykroyd von 1984 und 1989 waren so scheppernd, dass man sie (vor allem in der enervierenden deutschen Synchronisation) kaum ertragen konnte. Die Heldinnen der Neuauflage aber – Melissa McCarthy, Kristen Wiig, Kate McKinnon und Leslie Jones - reduzieren die Gespensterkammerjagd auf Donner und Doria. Eine Publikumsunterforderung auf 116 Minuten Länge, ein Hohlblockbuster, bei dem nicht ein einziger Witz zündet. Hätte der Film ein anderes Thema, man wollte ihn „geistlos“ nennen.

Von RND/Matthias Halbig

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