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Panorama Das hat die Einführung des Hundegesetzes gebracht
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19:50 26.10.2017
Hundehalter mussten neue Regeln lernen: So ist die Anmeldung der Tiere in einem Zentralregister Pflicht. Quelle: Carmen Jaspersen/dpa
Hannover

Die Einführung des Hundegesetzes in Niedersachsen vor vier Jahren war von großem Streit begleitet. Mittlerweile gilt das Gesetz aber als etabliert - selbst Hundehalter werten es als Erfolg.

„Das niedersächsische Hundegesetz ist eines der besten Hundegesetze in Deutschland“, lobt der Veterinärmediziner Hansjoachim Hackbarth von der Tierärztlichen Hochschule in Hannover. Das Gesetz lege konsequent die Verantwortung auf den Halter - und nicht auf den Hund.

Führerschein und Chip

Kernpunkt des 2011 verabschiedeten und seit 2013 vollständig gültigen Gesetzes ist der sogenannte Hundeführerschein. Alle Neubesitzer von Hunden müssen diesen Kurs ablegen, in dem sie lernen, wie sie das Tier unter Kontrolle halten. Zudem müssen alle Hunde mit einem Chip versehen und in einem Zentralregister gespeichert werden, in dem mittlerweile rund 325 100 Tiere verzeichnet sind. Und jeder Halter ist verpflichtet, eine Versicherung abzuschließen, die bei Beißattacken für die Behandlungskosten der Opfer aufkommt.

Bei der Einführung des Registers gab es etliche Probleme: Für die Registrierung ihres Lieblings sollen Besitzer eine Gebühr von mindestens 17,26 Euro bezahlen. Das Land beauftragte eine Firma damit, die Gelder einzutreiben, versäumte es aber, dafür die Allgemeine Gebührenordnung zu ändern. Damit waren die Forderungen der beauftragten Firma rechtswidrig. Als das vom Verwaltungsgericht Oldenburg im September 2013 erkannt wurde, hatten bereits 127 000 Hundebesitzer ihre Rechnung bezahlt. Die Landesregierung stoppte daraufhin für einige Monate das Eintreiben der Gebühren, bis der rechtliche Lapsus behoben war.

Hundebesitzer klagten zudem, dass die Regelungen in Niedersachsen nicht nur teuer, sondern auch kompliziert seien. „Das niedersächsische Landeshundegesetz ist Unfug“, meinte der Sprecher des Verbands für das Deutsche Hundewesen, Udo Kopernik, noch im Herbst 2016. Es wäre besser, man würde bei den Züchtern ansetzen und diese entscheiden lassen, welcher Hund bei welchem Besitzer landen dürfe.

Die Jogger profitieren

Hackbarth hält das für den falschen Ansatz: Das Hundegesetz habe zu Recht mit der Idee aufgeräumt, dass es gefährliche und ungefährliche Hunderassen gebe - das Problem liege immer am anderen Ende der Leine. „Jeder Hund kann gefährlich sein. Auch ein Chihuahua-Biss kann sehr unangenehm sein“, meint der hannoversche Tiermediziner. Es sei richtig, die Sachkunde des Halters in den Mittelpunkt zu stellen und diese mit dem obligatorischen Hundeführerschein zu fördern. „Seitdem haben die Leute alle ein bisschen Grunderfahrung. Sie wissen: Wenn mein Hund Mist baut, dann komme ich in die Mühlen des Gesetzes“, sagt Hackbarth.

Tatsächlich sieht das Gesetz vor, dass Hunden, die auffällig geworden sind und jemanden gebissen haben, ein Wesenstest verordnet werden kann. Fällt das Tier durch, kann ein Leinenzwang oder ein Maulkorbzwang verhängt oder dem Besitzer sogar das Halten des Hunds verboten werden. Das mache offenbar Eindruck, so Hackbarth, denn die Hunde seien jetzt besser erzogen als noch vor einigen Jahren: „Seither ist das Joggen erheblich entspannter geworden.“

Auch der Verband für das Deutsche Hundewesen lobt inzwischen das Hundegesetz als angemessen. Der Führerschein für Neuhalter sei zwingend erforderlich und die Registrierpflicht werde „grundsätzlich akzeptiert und positiv bewertet“, meint der Landeschef des Verbands, Martin Klopsch.

Nachholbedarf sieht der Verbandschef gleichwohl im Detail: So gebe es Fälle, in denen Hunde parallel von Ordnungsämtern und vom Dienstleister des Landes registriert worden seien. Außerdem habe man derzeit die Situation, dass Menschen das Halten eines Hundes verwehrt werden kann, wenn sie wegen einer Lese- und Rechtschreibschwäche die theoretische Prüfung des Hundeführerscheins nicht bestehen. „Eine Tatsache, die zu überdenken ist“, meint Klopsch.

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