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Panorama Das Huhn, das grüne Eier legt
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07:27 17.04.2011
Die türkisen Eier des Araucana-Huhns. Quelle: dpa

„Das sind die schwanzlosen Araucana-Hühner“, sagt Elsa Fischer stolz und zeigt auf ihr exotisches Geflügel. Der rotbraune Hahn äugt skeptisch herüber, und auch seine Hennen wahren trotz Körnergabe zurückhaltende Distanz. Elsa Fischer lebt mit Familie und Hühnern am Stadtrand von Winsen, südöstlich von Hamburg. Ihr schmuckes Zweifamilienhaus umgibt ein gepflegter Garten, in dem auch mehrere große Volieren Platz haben. Die Rentnerin hat rund 20 der apart mit „Bommeln“ genannten Backenbärten aus Federn geschmückten Vögel. Nur einen Schwanz haben sie halt nicht.

„Meine Mutter hat mich gefragt: Warum nimmst Du nicht die Hühner der Araucana-Indianer in Chile?“, berichtet die Züchterin. „Sie ist in Südamerika aufgewachsen, da hat sie die Tiere kennengelernt. Dann habe ich mich auf die Suche gemacht und vom Verband gehört.“

„Der Verband“ - das ist der Sonderverein zur Erhaltung des Araucana- und Zwerg-Araucana-Huhnes mit 170 Züchtern in ganz Deutschland. Sein Vorsitzender ist Michael von Lüttwitz. Er gilt hierzulande als der Experte für das Huhn, das grüne Eier legt. „Die Farbe kommt vom Biliverdin. Das ist ein Stoff, der in der Galle gebildet wird, ein Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffes“, erklärt er. Man wisse zwar damit, wie Mutter Natur die Eier färbe, das warum sei aber nicht mit Sicherheit geklärt: „Das weiß kein Mensch. Vermutlich hat es Tarnzwecken gedient“, sagt von Lüttwitz und hofft auf weitere Forschungen.

„Ostereier ohne zu Färben - das ist doch praktisch“, sagt Elsa Fischer fröhlich. Doch das Huhn biete noch ganz andere Vorzüge: „Ich brauche robuste Hühner, die immer draußen sind, sommers und winters“, sagt die 77-Jährige entschieden. „Das sind gute Leger - bis zu 180 Eier im Jahr. Und das Fleisch ist fester und wesentlich leckerer als bei einem normalen Hühnchen!“ Bei Eiern und Fleisch könne man schmecken, dass die Tiere draußen lebten und sich vielseitig ernährten.

Michael von Lüttwitz kann das bestätigen. Die bei den Araucana-Indianern entdeckten Tiere seien nicht für Käfighaltung geeignet, ein grünes Ei aus der Legebatterie sei also nicht zu erwarten: „Ein Araucana-Huhn wächst als reines Freiland-Huhn im Rhythmus des Jahresverlaufs auf. Das ist eine wahre Delikatesse, man könnte es als slowfood bezeichnen“, schwärmt er.

Dass die grünen Eier weniger Cholesterin als gewöhnliche Hühnereier in weißer oder brauner Schale enthalten sollen, sei aber eine Ente. „Vor zwanzig Jahren wurde das behauptet, um die Eier populär zu machen“, lacht von Lüttwitz.

Wer Ostern ein Araucana-Ei verputzen will, braucht nicht in Winsen danach zu suchen: „Nein, die Eier verkaufe ich nicht, da bräuchte ich mehr Hennen“, sagt Elsa Fischer. „Die sind nur für die Familie - Kinder, Nichten und Neffen.“ Der Reporter hat aber welche mitbekommen. Äußerst schmackhaft!

dpa

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