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19:52 25.10.2017
Die Schlosskapelle steht seit rund 20 Jahren quasi unter Verschluss. Quelle: Archiv
Celle

Die Schlosskapelle steht seit rund 20 Jahren quasi unter Verschluss. Weil dieses einzigartige Zeugnis frühreformatorischer Kunst - wie es Uwe Schmidt-Seffers, stellvertretender Superintendent des Celler Kirchenkreises, ausdrückt - in den Siebziger- und Achtzigerjahren bis zu 70 000 Besucher pro Jahr verkraften musste. Experten haben ausgerechnet, dass deren Ausdünstungen jedes Jahr 70 Liter Wasser ins Innere der Kapelle transportiert haben. Was dazu führte, dass das Holz und die Bilder der prächtigen Innenausstattung schimmelten. „Man musste eine Notschließung vornehmen“, sagt Schmidt-Seffers. Und alles sanieren. Seitdem ist die Kapelle mit einer Glaswand, die unter der Empore angebracht wurde, geschützt. Man kann nicht mehr rein in den Sakralraum. Nur noch reingucken.

Schön ist das alles auch noch hinter Glas. Kunstvolle Darstellungen von Glaube und Versuchung, von Anbetung und Kreuzigung - es war der Maler Marten de Vos aus Antwerpen, der einen Großteil der Bilder geschaffen hat. Geweiht wurde die Kapelle bereits 1485, Herzog Wilhelm der Jüngere ließ sie 90 Jahre später in eine evangelische Andachtsstätte umbauen.

Der Kirchenkreis Celle würde die Schlosskapelle gern wieder für eine größere Öffentlichkeit zugänglich machen, würde gern Gottesdienste dort veranstalten. Aber geht das? Ein Denkmalpflege-Fachblatt fragte: „Wie viel Mensch verträgt das Kunstwerk?“ Das soll jetzt eruiert werden. 276 000 Euro kostet das Projekt zur Erforschung der denkmalverträglichen Nutzung und der möglichen Formen einer Klimatisierung der Kapelle. Außer Kirche und Stadt tragen auch das Land und die Bundesumweltstiftung zur Finanzierung bei.

Konkret geht es darum zu erforschen, welche Auswirkungen Menschengruppen in der Kapelle haben. Zu dem Zweck hängen empfindliche Klimamessgeräte in dem kleinen Raum, es wurde eigens eine 3-D-Vermessung arrangiert. Der Modellversuch werde zwei Jahre laufen, sagt Schmidt-Seffers, durchaus mit offenem Ende. Es könne dabei herauskommen, dass der Kunst gelegentliche Gottesdienste zuzumuten seien. Man könne aber auch zu dem Fazit kommen, dass nichts gehe. Die Wunschvorstellung des Kirchenkreises, sagt der stellvertretende Superintendent, liege bei einer Andacht pro Woche.

Vor 55 Jahren getraut

Am Mittwoch machte der Landesbischof schon mal einen Anfang. Ralf Meister hielt einen Gottesdienst zum Reformationsjubiläum in Celle ab, der vor handverlesenem Publikum in der Schlosskapelle begann - um dann (wegen der Empfindlichkeit der Kapelle) vor großem Haus in der Stadtkirche fortgesetzt zu werden. 18 Personen waren in der Kapelle nur zugelassen, darunter zwei Paare, die vor 55 Jahren in dem Renaissancegesamtkunstwerk getraut worden sind.

Meister predigte über Barmherzigkeit. Dazu gibt es eine Bilderfolge in der Kapelle. Sie zeigt, wie Hungernde gespeist, Frierende gekleidet, Dürstende mit Wasser versorgt werden. Und zwar von der Herrscherriege. Für Wilhelm den Jüngeren war das eine Selbstverpflichtung: Dass er Untergebene hatte, hieß, dass in seinem Reich Menschen lebten, die unter seinen Schutz gegeben waren.

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