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Panorama DLRG macht hohen Gewinn mit Flüchtlingsheim
Mehr Welt Panorama DLRG macht hohen Gewinn mit Flüchtlingsheim
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00:16 16.12.2016
Von Karl Doeleke
Zunächst arbeitete die DLRG in Lüneburg mit engagierten Freiwilligen. Dann gründete sie eine Firma, die jetzt aber wieder aufgelöst wird. Foto: Wege Quelle: Hans-Juergen Wege
Bad Nenndorf

Die Flüchtlingshilfe gehört nicht zu den eigentlichen Aufgaben der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft. Die DLRG widmet sich vielmehr „der Bekämpfung des Ertrinkungstodes“ - so steht es in der Satzung des Landesverbandes. Und doch arbeitet der Vorstand derzeit daran, einen Millionenbetrag aus der Flüchtlingsarbeit in die Kasse des gemeinnützigen Vereins zu leiten. Er stammt aus dem Betrieb einer Notunterkunft in Lüneburg.

Genau geht es um einen Gewinn von 1,8 Millionen Euro, wie aus internen Unterlagen der DLRG ersichtlich ist. Das Geld würde dem Verein aus der Auflösung einer Firma zufließen, die der Landesverband erst im Dezember vor einem Jahr zum Zweck der Flüchtlingsunterbringung gegründet hat. Inzwischen hat die DLRG kein Interesse mehr an dem Unternehmen, und 50 Mitarbeiter mussten bereits gehen. Der Gewinn bleibt.

Konflikt mit Satzung drohte

Im Herbst 2015, so erklärt eine Sprecherin der Landesgeschäftsstelle den Vorgang, sei das Innenministerium auf die DLRG zugekommen. Ob die Rettungsschwimmer bei der Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen aushelfen könnten? Zu der Zeit kamen bis zu 2000 Flüchtlinge täglich nach Niedersachsen, und das Land zahlte den Hilfsorganisationen üppige Abschläge und Pauschalen für den Betrieb von Notunterkünften.

Die DLRG versorgte von September 2015 bis Juni 2016 bis zu 600 Flüchtlinge in einer Kaserne in Lüneburg. Das war für sie ein ähnlich gutes Geschäft wie für andere Hilfsorganisationen. Wie berichtet, haben allein die Johanniter in den ersten neun Monaten des Jahres 2016 rund 20 Millionen Euro Gewinn gemacht - mit deutlich mehr Unterkünften.

Als auch in der DLRG-Geschäftsstelle in Bad Nenndorf klar wurde, wie viel Geld da tatsächlich floss, soll manchem mulmig geworden sein: Die DLRG als gemeinnütziger Verein könnte in Konflikt mit der eigenen Satzung geraten. Offenbar sah manch einer den Status als gemeinnütziger Verein bedroht. Die Lösung: ein Unternehmen. Zum 1. Dezember wurde die DLRG Humanitäre Hilfe in Niedersachsen gGmbH gegründet.

Alle Unterkünfte geschlossen

Ein Jahr später wird sie schon wieder aufgelöst. Es kommen weniger Flüchtlinge, die Notunterkünfte sind fast alle geschlossen, auch die der DLRG. Seit Juni waren dort keine Flüchtlinge mehr, seit September ist sie dicht. Am 26. November beschloss der Landesverband die Auflösung der GmbH. „Es ist kein Geld mehr zu verdienen, die GmbH kostet mit ihren 50 Mitarbeitern nur noch“, sagt jemand zur Begründung. Die Sprecherin bestätigt die Kündigungen.

DLRG-Präsident Olaf Liersch soll darauf gedrungen haben, sich von der GmbH zu trennen. Der frühere Wirtschaftsstaatssekretär wollte sich auf Anfrage nicht äußern. Auf das viele Geld sollen vor allem die Bezirksverbände ein Auge geworfen haben. „Die wollen neue Ausrüstung kaufen.“ Dabei ist nach Informationen der HAZ an die Bezirke bereits eine Million Euro geflossen.

Die DLRG-Sprecherin wollte den Gewinn von 1,8 Millionen Euro nicht bestätigen. Man gehe aber davon aus, dass „nach einer korrekten und vollständigen Abrechnung mit dem Land ein Überschuss verbleibt“. Auch das schlechte Gewissen bleibt. In dem internen Papier heißt es: Für ein gewinnorientiertes Unternehmen dürfe das als großer Erfolg gewertet werden. „Für eine gemeinnützige Organisation ist dieses Ergebnis kaum angemessen.“ Und das war nur auf die 103 000 Euro Gewinn aus dem Dezember 2015 bezogen.

Fall der getöteten Freiburger Studentin: Aus dem Umfeld des Tatverdächtigen gibt es Hinweise, dass er 2013 in Griechenland ein Gewaltverbrechen verübt haben soll. Nach Medieninformationen soll er bereits dort zu zehn Jahren Haft verurteilt worden sein. Auch damals soll er sich als 17-Jähriger ausgegeben haben.

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