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Panorama DHL-Erpresser fordert 10 Millionen Euro in Bitcoin
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14:36 23.03.2018
In dieser Packstation hat der Erpresser die Paketbombe aufgegeben, die an eine Potsdamer Apotheke zugestellt wurde. Quelle: dpa
Potsdam

Nach dem Fund einer Paketbombe in einer Potsdamer Apotheke gibt es neue Informationen über die Forderung im Fall der DHL-Erpressung. Wie die „B.Z.“ berichtete, sollen der oder die Täter in seinem Schreiben zehn Millionen Euro gefordert haben – nicht als Scheck, bar oder Überweisung, sondern digital in Form der Online-Währung „Bitcoin“. Anderenfalls würde er oder sie im Hochgeschäft der Weihnachtszeit weitere Bomben verschicken.

Digitale Kryptowährungen werden bei Erpressern zunehmend beliebt. Im März wurde in Kiel ein Erpresser zu vier Jahren und neun Monaten Haft verurteilt, nachdem er vergiftete Marzipanherzen ausgelegt und drei Millionen Euro als Bitcoins verlangt hatte. Ein einfacher Code reicht für den Zugang zum Geld, eine Rückverfolgbarkeit soll dem Anspruch der Währung nach nicht möglich sein.

50 Ermittler, 60 Hinweise und sieben Millionen Pakete

Das Erpresserschreiben lag den Ermittlern ebenfalls in digitaler Form vor. In dem Paket entdeckten die Fahnder neben der Zündvorrichtung einen QR-Code, der zum Schreiben führte. Laut der „B.Z.“ war der Text kurz und knapp in deutscher Sprache formuliert. Eine zweite Paketbombe, die im Zusammenhang mit dem Potsdamer Vorfall stehen soll, war schon vor einem Monat in Frankfurt (Oder) in Flammen aufgegangen.

Derzeit ermitteln 50 Mitarbeiter der Sonderkommission „Quer“ im Falle der DHL-Erpressung. Mehr als 60 Hinweise seien bereits bei der Polizei eingegangen, die Ermittler werden diese nun aus. Eine Spur sei bisher noch nicht dabei. DHL hat seine 60.000 Mitarbeiter wegen der Erpressung sensibilisiert. Allerdings ist es nach Angaben eines Sprechers nicht möglich, die derzeit rund sieben Millionen Pakete täglich lückenlos zu prüfen.

Die Branche ist heillos überlastet – auch ohne Bombenalarm

Pakete, Pakete und noch mehr Pakete: Zu Spitzenzeiten wie jetzt in der Weihnachtssaison jonglieren die Zusteller von DHL, DPD, GLS, Hermes und UPS mit deutschlandweit 15 Millionen Sendungen pro Tag. Bis zum Ende dieses Jahres werden die Dienste ihren Kunden 3,3 Milliarden Sendungen zustellen – so viel wie nie zuvor in der deutschen Geschichte.

Der stetig wachsende Strom der Pakete vor allem aus dem Onlinehandel ist für die Dienste kaum noch zu bewältigen. Rund 25 000 Zusteller werden in der Branche in diesen Tagen zusätzlich beschäftigt. Wegen der Vielzahl von Lieferungen, Reklamationen und Rücksendungen droht vor allem zu Weihnachten Chaos – auch ohne jeden Bombenalarm. Hermes beispielsweise führt inzwischen Verhandlungen mit Versandhäusern über Obergrenzen für die Liefermengen.

Sind inzwischen die Grenzen des in den letzen Jahren stürmischen Wachstums erreicht? Viele in der Branche sehen es so. Von einem „dauerhaften Logistikproblem“ spricht der Chef des Bundesverbandes Onlinehandel, Oliver Prothmann. Weihnachtszuschläge sind ebenso im Gespräch wie generelle Preiserhöhungen.

„In der Zukunft kann es so kommen, dass die Paketdienste standardmäßig an den Paketshop liefern und die Lieferung zur Haustür dann zum Beispiel 50 Cent kostet“, sagte der Geschäftsführer des Paketdiensts DPD, Boris Winkelmann, der „Wirtschaftswoche“. „Die Zustellung an die Haustür muss angesichts des hohen Aufwandes teurer werden“, sagt auch Hermes-Geschäftsführer Frank Rausch. Man brauche in städtischen Räumen große Paketshops, in die alle Dienste ihre Pakete liefern können.

Von RND/dpa/mkr

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