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Containerbrücken können nicht abgeladen werden

JadeWeserPort Containerbrücken können nicht abgeladen werden

Ärger beim Bau des Jade-Weser-Ports in Wilhelmshaven: Vier riesige Containerbrücken, die am Freitag aus China angeliefert werden sollten, können vorerst nicht installiert werden - die Versicherung des Hafenbetreibers Eurogate verweigert die Haftung für mögliche Schäden.

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Aus Sicherheitsgründen verweigert die Versicherung das Anlanden der Brücken an der vorhergesehenen Stelle.

Quelle: dpa

Wilhemshaven. Offenbar gibt es Zweifel an der Standfestigkeit der Kaje, da die Spundwand von mittlerweile 175 Rissen durchzogen ist. Das Schiff, das gestern am Tiefwasserhafen anlegen sollte, musste abdrehen und wartet seitdem in der Jade darauf, dass die tonnenschweren Kräne an Land gebracht werden können. Wann das passieren werde, sei nicht klar, sagte Eurogate-Sprecherin Corinna Romke.

Unklar ist auch, ob die neuerliche Verzögerung den Eröffnungstermin des Hafens am 5. August gefährdet. Laut Eurogate kann der Zeitplan für den Probebetrieb nun nicht mehr eingehalten werden. Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode betonte hingegen auf einer am Freitag in Hannover eilig einberufenen Pressekonferenz, der Hafen werde wie geplant seien Betrieb aufnehmen. „Wir haben hier ein Problem, das lösbar ist und das auch gelöst wird“, versicherte der FDP-Politiker. Den fehlenden Versicherungsschutz soll nach Bodes Worten eine Garantieerklärung des Baukonsortiums ersetzen. Dieses habe am Freitag die Tragfähig der Kaje versichert. „Damit ist das Problem für Eurogate gelöst.“

SPD und Grüne reagierten mit Spott auf die Vermittlungsbemühungen Bodes. „Das ist an Dilettantismus kaum noch zu überbieten“, sagte SPD-Vize Olaf Lies. „Seit Monaten weiß man, wann die Containerbrücken geliefert werden. Seit Wochen ist das Schiff unterwegs. Nun liegt es vor Wilhelmshaven auf Reede, und alle tun überrascht.“ Lies forderte Ministerpräsident McAllister auf, Bode die Zuständigkeit für das Projekt zu entziehen: „Er kann es nicht.“

Der Wirtschaftspolitiker der Landtags-Grünen, Enno Hagenah, sprach von einem „Pleitenkonsortium aus Baufirma, Realisierungsgesellschaft und Aufsichtsrat Minister Bode“. Hagenah machte Bode für die „offensichtlich zu spät begonnene Reparatur“ der Kaje verantwortlich. Der Jade-Weser-Port werde dasselbe Schicksal erleiden wie der Flughafenneubau in Berlin, dessen Eröffnungstermin gerade erst in den März 2013 verschoben wurde.

Wegen der Risse in der Spundwand des Hafens stehen Eurogate derzeit nur 400 von insgesamt 1700 Metern Kaje für den Probebetrieb zur Verfügung. Die Reparaturkosten werden auf 50 Millionen Euro geschätzt. Von den Containerbrücken werden noch acht weitere Exemplare erwartet.

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Bis Ende Juni wird es dauern, bis die 175 Löcher in der Spundwand des Jade-Weser-Ports repariert sind. Wer für die Reperatur aufkommt ist bisher noch unklar.

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