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Panorama Größte Herausforderung ist fehlendes Material
Mehr Welt Panorama Größte Herausforderung ist fehlendes Material
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18:38 28.09.2017
Von Thomas Tschörner
Lehrvorführung: Ein Transportpanzer Fuchs wird von chemischen Kampfstoffen befreit. Quelle: Thomas Tschörner
Munster

Das ABC-Abwehrbataillon 7: Zwei Fahrzeuge fahren vor, ein Trupp Soldaten trägt einen Verwundeten. Alle sind mit chemischen Kampfstoffen in Berührung gekommen, erläutert Major Jean Pierre Niehaus vom ABC-Abwehrbataillon 7 das Szenario der Landes- und Bündnisverteidigung. Die mit dem Kampfstoff belasteten Fahrzeuge müssen dekontaminiert werden. Auf den ersten Blick sieht es wie eine Fahrzeugwäsche aus, trügen die Soldaten nicht ABC-Schutzmasken. Die Infanteristen entledigen sich in einem genau vorgegebenen Ablauf ihrer Waffen, Ausrüstung und Kleidung sowie der Schutzmaske, bevor sie in einem Zelt duschen können. Verletzte werden von der ABC-Abwehrtruppe aber nicht dekontamiert.

Die Sanitäter übernehmen diese Aufgabe und haben dafür ein Zelt aufgebaut. Dort wird die Trage mit dem Verwundeten auf einer Schiene von Station zu Station geschoben und von den giftigen Stoffen befreit sowie ärztlich versorgt. Für die in Schutzausstattung arbeitenden Sanitäter in dem teilweise gut geheizten Zelt eine körperliche Herausforderung. "Am schlimmsten ist es unter der ABC-Schutzmaske", sagt ein Soldat.

Das Logistikbataillon 171 zeigt in einer Vorführung das Spektrum seiner Aufgaben: Eine Werkstattstrecke für die Reperatur von Großfahrzeugen wie den Kampfpanzer Leopard ist unter anderem ebenso aufgebaut wie ein Feldlager aus Containerelementen, ein Brunnen und diverse Umschlagplätze für Material und ein Tanklager. Bewegt werden muss eine Menge. Der Kommandeur Oberstleutnant Michael Labsch nennt neben Munition und Betriebsstoffen auch Wasser und Verbrauchsgüter. Dafür würden Fahrzeuge gebraucht. "Größte Herausforderung ist das Material, das für Auslandseinsätze reicht, aber nicht für die Landes- und Bündnisverteidigung", gibt Labsch den Zuschauern, darunter auch vier Generale mit auf den Weg.

Die Feldjäger zeigen in einer Ausstellung ihre Utensilien wie Schutzwesten und Waffen, präsentieren auch den "Duell-Simulator". Duell ist dabei etwas irreführend: Der Einsatz von Schußwaffen kann zwar auch trainiert werden, in erster Linie kann in dem interaktiven System die Vermeidung von Konflikten geübt werden. In Sachen Terrorabwehr haben die Feldjäger aufgrund ihrer Erfahrungen in Auslandseinsätzen einen Wissensvorsprung vor der Polizei in Deutschland.

Das Kommando Cyber- und Informationsraum ist nicht nur für den Betrieb von IT-Systemen zuständig, sondern auch für deren Schutz. Dazu gehören relativ einfache Aufgaben wie den Soldaten im Auslandseinsatz eine E-Mailverbindung in die Heimat zur Verfügung stellen zu können ebenso wie die Analyse von Abstrahlungen der eigenen Rechner, die so ausspioniert werden könnten, und die IT-Forensik, die gerichtsverwertbare Ergebnisse für angegriffene oder durch Selbstverschulden in ihrer Funktion beeinträchtigte Rechner liefern kann. Bedenken, dass die Bundeswehr nicht genügend Computerfans gewinnen könnte, hätten sich nicht bewahrheitet, sagt Oberstabsfeldwebel Michael Sprengard vom Presse- und Informationszentrum der neuen Truppe. "Unsere Arbeitsplätze sind attraktiv." Selbst die Telekom sorge sich um die neue Konkurrenz durch die Bundeswehr in Sachen Nachwuchsgewinnung.

Noch bis zum 13. Oktober trainieren Einheiten des Heeres, der Streitkräftebasis und des Zentralen Sanitätsdienstes der Bundeswehr mit rund 2000 Soldaten und 550 Fahrzeugen auf den Übungsplätzen Munster und Bergen. Dabei werden die Fähigkeiten der Landstreitkräfte sowie deren Zusammenwirken in einem Gefecht mit hoher Intensität gezeigt, nicht zuletzt um dem Offiziernachwuchs der Bundeswehr sowie befreundeter Streitkräfte die Komplexität solcher Gefechte praktisch bis hin zum "Scharfen Schuss" darzustellen.

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