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Panorama Bruder schweigt zum Tod der kleinen Schwester
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20:25 25.08.2014
Von Gabriele Schulte
Ein 19-Jähriger muss vor dem Landgericht Stade wegen Totschlags an seiner elfjährigen Schwester verantworten. Quelle: Symbolfoto
Stade

Laut Anklage hat er das Mädchen im März dieses Jahres erdrosselt. Die Eltern dagegen glauben an die Unschuld des Sohnes. „Der Angeklagte will sich zu den Vorwürfen während des gesamten Prozesses nicht äußern“, sagte eine Gerichtssprecherin. Als zum Auftakt seine Personalien vorgelesen wurden, nickte Ahmed A. nur.

Der Vater der Fünftklässlerin hatte seine Tochter am 21. März als vermisst gemeldet und gegenüber der Polizei eine Entführung vermutet. Sie sei auf dem Weg nach Bayern, sagte er in einem Notruf, der zum Prozessauftakt vorgespielt wurde. Tatsächlich entdeckte ein Spürhund der Polizei die Leiche des Mädchens aber in einem Holzschuppen im Garten des Wohnhauses – eingepackt in einen Müllsack. Wenig später nahmen die Beamten den damals 18-jährigen Bruder fest. Er sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Nachbarn haben den schlanken, muskulösen jungen Mann als „Beschützertyp“ beschrieben, der sich fürsorglich um seine Schwester gekümmert habe. In der Nacht des Leichenfundes muss er sich allerdings in seiner Zeugenbefragung so in Widersprüche verstrickt haben, dass dies für eine Festnahme ausreichte. Seine Verteidiger beantragten am Montag, diese Aussage, in der es darum ging, wo er zur Tatzeit gewesen ist, nicht zu verwerten. Denn die Polizei habe den Bruder damals schon als den Schuldigen gesehen und ihn bei der Befragung nicht über seine Rechte informiert. Ein mit Vorurteilen behafteter Beamter habe ihm sogar eine Falle gestellt.

Zum Motiv der Tat wurde noch nichts bekannt. Die Eltern und die ältere Schwester wollen von ihrem Recht auf Aussageverweigerung Gebrauch machen. Die Familie hat dem Angeklagten renommierte Verteidiger zur Seite gestellt. Aus der gemieteten Wohnung in der Reihenhaussiedlung nahe der Hamburger Stadtgrenze ist sie weggezogen.Die Grablichter, die dort zum Zeichen der Trauer um die Realschülerin im März aufgestellt wurden, seien stehen geblieben, erzählt Neu Wulmstorfs stellvertretender Bürgermeister Jörg Schröder. „Die Bestürzung ist immer noch groß“, sagt er. Nach der Tat hätten sich die Gerüchte im Ort geradezu überschlagen. „Mittlerweile ist etwas Ruhe eingekehrt, doch der Prozessbeginn ruft jetzt alles noch mal in Erinnerung.“  

Die Verhandlung dauerte am Montag nur rund eine Stunde. Im bis Mitte ­November angesetzten Prozess sollen zunächst Polizisten befragt werden, die am Leichenfundort waren. Außerdem kommt ein Gutachter zu Wort: Er soll sich zur möglicherweise eingeschränkten Schuldfähigkeit des Angeklagten äußern und dazu, ob für den Heranwachsenden bei einer Verurteilung noch das Jugendstrafrecht angewandt werden sollte – eine Frage der Reife.

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