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Panorama Brauerei muss 50.000 Liter Bier loswerden
Mehr Welt Panorama Brauerei muss 50.000 Liter Bier loswerden
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12:54 18.07.2017
Die „Ravensberger Brauerei“ muss 160.000 Flaschen des „Bielefelder Flutlicht“-Biers bis zum 1. Oktober 2017 loswerden. Quelle: Ravensberger Brauerei
Bielefeld

Am Anfang stand die Werbekampagne. „Jung, frech und ein bisschen rebellisch“ sollte sie – gemäß den eigenen Vorgaben einer kleinen Brauerei aus Ostwestfalen sein. Doch dabei hat es die „Ravensberger Brauerei“ übertrieben – und ist nun in ihrer Existenz bedroht.

Konkret geht es um einen Werbespruch, mit dem die erst vor wenigen Monate gegründete Mikro-Brauerei punkten wollte. Auf den Flaschen des „Bielefelder Flutlicht“-Biers prangt der Slogan: „#endlich kein Bier mehr aus Herford“, mit dem die Bielefelder sich von der ostwestfälischen Groß-Brauerei „Herforder“ abheben wollen.

„160.000 Flaschen, 3 Monate Zeit, Euer Durst“

Der Konkurrent ließ das nicht auf sich sitzen – und schaltete die Wettbewerbszentrale ein. Die Folge war eine Abmahnung nebst Unterlassungserklärung, die der „Ravensberger Brauerei“ den Spruch verbietet – wegen „unzulässiger Schmähkritik“.

Trotz weiterer Verfehlungen – die „Ravensberger Brauerei“ warb zwar mit Bielefelder-Bier, ließ aber gar nicht mehr in Bielefeld produzieren – zeigten sich die Wettbewerbshüter aber auch gnädig: Weil die aufstrebenden Jungbrauer schon 160.000 Flaschen des „Bielefelder Flutlicht“-Biers samt 50.000 Liter Inhalt im Vorfeld produziert hatte, wurde ihnen eine Frist bis zum 1. Oktober 2017 eingeräumt.

„Das ist für uns eine unfassbare schwere Aufgabe“, sagt Brauerei-Chef Mike Cacic angesichts von umgerechnet etwa 2000 Flaschen, die er nun täglich absetzen muss.

Brauerei-Chef Mike Cacic im Interview für das Sat.1-“Frühstücksfernsehen“ Quelle: Facebook / Ravensberger Brauerei

Der 29-Jährige, der seit Dezember 2016 das „Bielefelder Flutlicht“-Bier braut, gibt jedoch nicht auf. Im Gegenteil: Cacic geht das vermeintliche PR-Eigentor offensiv mit einer „Alles-muss-raus-Kampagne“ an.

Über die sozialen Netzwerke und einer eigenen Webseite hat der gelernte Einzelhandels-Kaufmann die Aktion „#wirflutenbielefeld” gestartet. „160.000 Flaschen, 3 Monate Zeit, Euer Durst“, heißt es darin.

Das Ziel: Über Gewinnspiele, weitere Aktionen und eigens für den Zweck ins Leben gerufene „Flutlicht”-Partys wollen die Jungbrauer die bald verbotenen Flaschen noch an den Mann bringen – so die andernfalls womöglich drohende Pleite abwenden.

Überregionale Aufmerksamkeit

Längst sind auch zahlreiche Medien auf die Bielefelder Bierposse angesprungen, sogar das Sat.1-Frühstücksfernsehen berichtete über „Bierbrauer Mike“, der „sein gelbes Gold loswerden muss“.

Offen ist, inwiefern der verbotene Werbespruch „#endlich kein Bier mehr aus Herford“ auch fern der Bierflaschen genutzt werden darf. Die „Ravensberger Brauerei“ verkauft über ihren Online-Shop nämlich auch T-Shirts mit dem Werbespruch. Wie lange diese noch erhältlich sind, bleibt abzuwarten.

Von RND/zys

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