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Panorama Brandanschlag bringt junge Familie in Gefahr
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00:16 21.04.2016
Der Schuppen brannte, das Feuer griff auch auf das Nachbarhaus über. Quelle: Müller
Göttingen

Vermutlich Täter aus der linken Szene haben in Göttingen einen Schuppen des Corps Hannovera angezündet und damit auch eine Nachbarsfamilie in Gefahr gebracht. Die Polizei spricht von einer „neuen, besorgniserregenden Qualität der Gewalt“ in der Auseinandersetzung zwischen Linken und Studentenverbindungen: Bei dem Brandanschlag sei billigend in Kauf genommen worden, dass die Bewohner des Hauses in Lebensgefahr gerieten.

In dem Nachbarhaus gibt es zwei Wohnungen, in denen ein Mann sowie eine dreiköpfige Familie mit einem erst wenige Wochen alten Säugling leben. Alle waren zuhause und schliefen, als das Feuer ausbrach. Als der Brand in der Nacht zum Sonntag gegen 1 Uhr morgens von Passanten entdeckt wurde, hatten die Flammen bereits auf die Fassade des Nachbarhauses sowie den Dachstuhl übergegriffen. Rauchgas war durch die Dielen in das Gebäude eingedrungen. Dadurch habe „eine konkrete Gefahr für Leib und Leben unbeteiligter Dritter“ bestanden, heißt es in einer Presseerklärung der Polizei Göttingen. „Wir gehen vor diesem Hintergrund davon aus, dass es allein dem Umstand, dass das Feuer rechtzeitig entdeckt und die Bewohner schnell gewarnt wurden, zu verdanken ist, dass die geschilderte Gefahr abgewendet werden konnte und es nicht zu schlimmeren Folgen bis hin zum Verlust von Menschenleben gekommen ist.“ Tatsächlich verletzt wurde bei dem Feuer niemand. In dem Schuppen der Studentenverbindung lagerten unter anderem Bierzeltgarnituren. Der durch das Feuer entstandene Schaden wird insgesamt auf 25.000 Euro geschätzt.

Die Polizei schätzt die Tat als politisch motiviert ein, weil auf der Rückseite des Gebäudes Hammer und Sichel sowie die Parolen „Tod und Hass“ und „Wir kriegen euch“ geschmiert worden waren. Der Staatsschutz ermittelt. Die teilweise gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen linker Szene und Studentenverbindungen beschäftigen die Polizei in Göttingen bereits seit längerer Zeit. So sollen im vergangenen Sommer zwei Burschenschaftler auf offener Straße einen Studenten angegriffen und verletzt haben. Im Dezember wiederum kam es zu mehreren Angriffen auf Verbindungsstudenten: Sie wurden von Unbekannten beschimpft und geschlagen. Das Gebäude einer Burschenschaft wurde mit Pflastersteinen beworfen.

Von Britta Bielefeld und Heiko Randermann

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