Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Panorama Bistum Hildesheim droht finanzieller Engpass
Mehr Welt Panorama Bistum Hildesheim droht finanzieller Engpass
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:20 07.12.2015
Das Bistum Hildesheim steht vor schweren Zeiten. Quelle: dpa
HIldesheim

Konkret geht es um sogenannte Versorgungszulagen für Geistliche, kirchliche Beamte und andere Berufsgruppen im Bistum. Diese sollen zwar ihr Geld bekommen. Doch sowohl beim Bistum selbst als auch bei mehreren Versorgungskassen, für die die Diözese Garantien übernommen hat, „tun sich angesichts niedriger Zinsen enorme Lücken auf“, erklärte Müller und bezifferte das Gesamtrisiko für das Bistum Hildesheim auf rund 200 Millionen Euro.

Da kommt es äußerst ungelegen, dass die Hildesheimer zugleich über das niedrigste Eigenkapital aller westdeutschen Bistümer verfügen, wie aus dem Finanzbericht weiter hervorgeht. Bis Ende 2014 sei die allgemeine Rücklage – also der Teil des Eigenkapitals, über den das Bistum frei verfügen könne – auf rund 4 Millionen Euro abgeschmolzen. Zuletzt verbuchte das Bistum zwar „sprudelnde Einnahmen“ und konnte diese Summe wieder etwas aufstocken. Doch zugleich drohen deutliche Mehrausgaben für die Sanierung des Doms.

Müllers Quintessenz mit Blick auf die Versorgungszulagen: „Wir sind nicht ansatzweise in der Lage, solche Risiken abzudecken.“ Im Ernstfall bleibe nur die Möglichkeit, Kredite aufzunehmen – angesichts der genannten Summen kann es dabei um dreistellige Millionenbeträge gehen.

Viele Unsicherheitsfaktoren

Für besondere Ausgaben sieht Müller deshalb keinen Spielraum, auch wenn die Kirchensteuereinnahmen 2016 so hoch liegen könnten wie noch nie. Mit 164 Millionen Euro rechnet die Diözese. Und das, obwohl die Zahl der Katholiken im Gebiet des Bistums stetig sinkt.

Tatsächlich sollen die Steuereinnahmen zunächst trotzdem steigen, weil pro Kopf mehr bezahlt wird – bis 2050 aber deutlich sinken, weil die Zahl der Katholiken von heute 600.000 auf 360.000 fallen soll. Das geht aus einer Analyse der Universität Freiburg hervor. Allerdings gibt es viele Ungewissheiten – etwa Änderungen im Steuerrecht und die allgemeine ökomenische Lage.

Auch den Abgas-Skandal bei VW benennt das Bistum als Unsicherheitsfaktor. Mitarbeiter des Automobilherstellers erwirtschafteten „einen erheblichen Teil“ des Kirchensteueraufkommens im Bistum. Wie sich der Skandal langfristig auswirke, sei nicht abzusehen.     

Von Tarek Abu Ajamieh

Die Kollision eines Frachters mit der Friesenbrücke bei Weener (Landkreis Leer) ist nicht auf einen technischen Fehler am Schiff zurückzuführen. Die genaue Unfallursache war somit auch am Sonntag noch nicht geklärt. Menschliches Versagen sei nicht auszuschließen, sagte ein Polizeisprecher.

07.12.2015
Panorama Missbrauchsskandal von Rotherham - Und alle schauten weg

Am Montag beginnt im englischen Sheffield der Prozess im Missbrauchsskandal von Rotherham. 1400 Mädchen wurden jahrelang missbraucht, versklavt und vergewaltigt. Sarah Wilson war eines der Opfer.

10.12.2015

Lange suchten Wissenschaftler und Glücksritter nach der spanischen Galeone "San José", jetzt wurden sie vor Kolumbien fündig. An Bord könnte sich ein Milliarden-Schatz befinden. Unklar ist zwar, ob er gehoben werden kann. Eine US-Firma fordert trotzdem schon die Hälfte.

07.12.2015