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Panorama Referendar muss lebenslang in Haft
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15:41 28.06.2013
Wegen dreifachen Mordes mit K.-o.-Tropfen hat das Berliner Landgericht den Lehrer-Referendar zu lebenslanger Haft verurteilt. Quelle: dpa
Berlin

Wegen dreifachen Mordes mit K.-o.-Tropfen hat das Berliner Landgericht einen Lehrer-Referendar zu lebenslanger Haft verurteilt. In seinem Urteil sah es das Gericht am Freitag als erwiesen an, dass der 38-Jährige drei Männer aus der Berliner Homosexuellen-Szene mit einer Überdosis Liquid Ecstasy vergiftet hat. Der Richterspruch entsprach dem Antrag von Staatsanwaltschaft und Verteidigung.

Eine vorzeitige Entlassung nach fünfzehn Jahren ist ausgeschlossen, da die Strafkammer die besondere Schwere der Schuld festgestellt hat. "Eine nachvollziehbare Erklärung für die entsetzliche Tat konnten wir nicht finden», sagte der Vorsitzende Richter Peter Schuster.

Der frühere Rettungssanitäter hatte die K.-o.-Tropfen seinen Opfern heimlich in Getränke gemischt. Bei den Taten im April und Mai 2012 hatte der Referendar Kreditkarten und knapp 500 Euro erbeutet. Zwei Homosexuelle im Alter von 34 und 41 Jahren wurden in ihren Wohnungen vergiftet. Ein 32-Jähriger starb im Darkroom einer Schwulenbar.

Habgier und Heimtücke

Das Gericht sprach in der Urteilsbegründung von Habgier und Heimtücke. Dem ausgebildeten Sanitäter sei die tödliche Wirkung seiner Dosierung bekanntgewesen. "Der 38-Jährige wollte sich bereichern, sonst hätte er die Taten nicht begangen", sagte Schuster. Als weiteren Aspekt der Motivlage nannte das Gericht die Lust, "das Gefühl der totalen Macht über andere zu verspüren und sich daran zu ergötzen".

Die mehr als eine Stunde dauernde Urteilsbegründung verfolgte der 38-Jährige mit ernster und nahezu regloser Mine. Das Gericht äußerte sich überzeugt, dass der gebürtige Saarländer "seine wahren Beweggründe nicht offenbart hat oder es nicht konnte". Er habe junge, erfolgreiche Männer aus dem Leben gerissen, die keinerlei Anlass zu den Taten gegeben hätten.

Das Gericht bescheinigte dem Referendar eine volle Schuldfähigkeit. Über seinen Anwalt hatte der 38-Jährige erklärt, "er sei selbst fassungslos und bedauere die Taten zutiefst". Zu Prozessbeginn im Februar hatte er sich auf ein Unglück beim Sex berufen. Ihm sei es um den Rausch gegangen, hatte der homosexuelle Mann ausgesagt.

dpa

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