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Panorama Nachfrage nach Schließfächern steigt
Mehr Welt Panorama Nachfrage nach Schließfächern steigt
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10:33 04.12.2016
Quelle: dpa (Symbolbild)
Hannover

Wer etwas besonders Wertvolles besitzt, der möchte es gerne sicher verwahrt wissen. Teure Gegenstände wie Schmuck oder Goldbarren werden daher gerne in Bankschließfächern aufbewahrt. Wer so ein Fach mieten möchte, braucht manchmal aber Geduld: Bei einigen Banken gibt es mittlerweile Wartelisten. "Die Nachfrage nach Schließfächern ist - wie auch die Zahl der Wohnungseinbrüche - in den letzten Jahren gestiegen", sagt Tanja Beller vom Bundesverband deutscher Banken. 

Auch die steigende Zahl der Einbrüche führe dazu, dass Schließfächer beliebter werden. Nach Angaben des Landeskriminalamts in Niedersachsen gab es 2015 insgesamt 16 575 Einbrüche, 1921 mehr als im Vorjahr. Nur bei jedem vierten Fall werden die Täter ermittelt und es gibt Hoffnung, dass die Bestohlenen ihre Schätze wieder bekommen: Die Aufklärungsquoten liegen in Niedersachsen zwischen 22 und 25 Prozent.

Auch vermeintlich geheime Verstecke für Schätze, zum Beispiel im Kleiderschrank oder hinter einer herausnehmbaren Fliese an der Badewanne, kennen Profieinbrecher nur allzu gut, warnt Finanzexperte Andreas Gernt von der Verbraucherzentrale Niedersachsen. "Auch bei Tresoren zu Hause sollte man genau überprüfen, welche Entschädigungsgrenze eine Hausratsversicherung hat", empfiehlt Gernt. Teurer Schmuck, seltene Münzen oder außergewöhnliche Briefmarken seien daher besser in einem Bankschließfach aufgehoben.

Die Gründe dafür, einen Tresor für Wertsachen zu mieten, kennt auch Finanzpsychologin Monika Müller. "Menschen verbinden mit ihrem Vermögen Sicherheit", sagt Müller. "Das Gefühl der Sicherheit wird dadurch intensiviert, dass man hingehen und das Geld oder Gold dort in die Hand nehmen kann."

Größe und Mietpreis der Fächer sind unterschiedlich, jede Bank hat da ihre eigenen Gebühren. "Die Erlöse aus der Verwahrung und Schließfächern sind in den letzten Jahren mit zunehmender Tendenz gestiegen", sagt ein Sprecher des Genossenschaftsverband der Volks- und Raiffeisenbanken.

Der Finanztest von Stiftung Warentest untersuchte im letzten Jahr 79 Kreditinstitute - danach lag der Mietpreis für ein Schließfach, in das ein schmaler Aktenordner passt, zwischen 20 und 60 Euro im Jahr. Größere Fächer sind entsprechend teurer - wer bis zu 730 Euro ausgibt, kann sogar eine Wertgegenstände in Größe einer Waschmaschine lagern.

Die Commerzbank hat bundesweit rund 230 000 Schließfächer. Auch sie registriert eine leichte Steigerung der Nachfrage, vor allem in Ballungszentren. Regional ist die Belegquote dort jedoch sehr unterschiedlich und an den meisten Standorten sind noch Plätze verfügbar. Auch bei der Deutschen Bank gibt es noch ausreichend Schließfächer. Die Sparkasse bietet etwa allein in Hannover 39 000 solcher Minitresore an - 79 Prozent davon sind derzeit vermietet.

Doch Gegenstände in einem Schließfach sind nicht automatisch versichert. Das mussten Kunden der Berliner Volksbank nach einem spektakulären Tunnel-Einbruch im Januar 2013 schmerzlich erfahren, bei dem 300 Schließfächer aufgebrochen wurden. Viele Kunden erhielten damals keine Entschädigung, weil im Mietpreis der Bank keine Versicherung enthalten war.

Doch was ist schon Sicherheit? Aus Sicht von Finanzpsychologin Müller ist die nicht greifbar: "Geld bedeutet vielen Menschen Sicherheit. Aber Sicherheit ist nur ein Gefühl."

dpa

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