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Panorama Bahn zahlt Reisenden 25 Euro fürs Aussteigen aus überfülltem Zug
Mehr Welt Panorama Bahn zahlt Reisenden 25 Euro fürs Aussteigen aus überfülltem Zug
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17:00 22.04.2011
Mit Gutscheinen über 25 Euro hat die Bahn viele Fahrgäste aus einem überfüllten IC-Zug gelockt. Quelle: dpa (Symbolbild)

Mit Gutscheinen über 25 Euro hat die Bahn etliche Fahrgäste aus einem überfüllten IC-Zug in Münster gelockt. Auch die Bundespolizei stand am Karfreitag bereit, um bei der teilweisen Evakuierung des Zuges von Frankfurt/Main nach Westerland auf Sylt zu helfen. Der IC 2310 sei „hoffnungslos überfüllt“ gewesen und habe aus Sicherheitsgründen in Münster stoppen müssen, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn in Nordrhein-Westfalen.

Der Vorfall in Münster war eine der Unannehmlichkeiten, denen Bahnkunden im Osterreiseverkehr ausgesetzt waren. Auf der ICE-Strecke Hannover-Berlin wurden viele Züge umgeleitet oder verspäteten sich, nachdem ein Kran auf die Gleise gestürzt war. Auf der Rheintalstrecke zwischen Karlsruhe und Baden-Baden fallen von Freitag bis Ostermontag rund 130 Züge aus, weil die Bahn dort eine neue zweigleisige Stahlbogenbrücke anstelle der mehr als hundert Jahre alten Brücke über die Murg bei Rastatt errichtete.

Der DB-Sprecher in Nordrhein-Westfalen widersprach einem Online-Bericht der „Rheinischen Post“, wonach die Passagiere in Münster erst ausstiegen, nachdem die Bahn mit einem Polizeieinsatz gedroht habe. „Es handelte sich nicht um eine Drohung. Wir drohen unseren Fahrgästen nicht“, sagte er. „Unser Servicepersonal hätte die Bundespolizei um Unterstützung gebeten, wenn es erforderlich gewesen wäre, aber das war nicht nötig.“

„Es wurden alle Reisenden ohne Platzreservierung gebeten, den Zug zu verlassen. Letzten Endes haben die Reisenden Verständnis gezeigt“, sagte der Bahnsprecher. Wie viele den Zug verließen, sei unklar. „Aber es waren genug, um die Fahrt fortzusetzen.“ Die Sache sei ein „Einzelfall“. Wie bei der DB üblich habe jeder Betroffene Anspruch auf einen 25-Euro-Gutschein. Der IC 2310 sei mit 20 bis 30 Minuten Verspätung weitergefahren.

Im Südwesten müssen zehntausende Bahnreisende wegen der Brückenbauarbeiten über Ostern mit Verzögerungen rechnen. Im Fernverkehr sollte die Lücke zwischen Baden-Baden und Karlsruhe mit Bussen überbrückt werden - das dauert eine Stunde länger als mit fahrplanmäßigen Zügen. Einige Züge werden auch umgeleitet. Die TGVs etwa fahren nicht über Karlsruhe nach Paris, sondern von Stuttgart aus über Mannheim und Saarbrücken.

Bei den Bauarbeiten wird am Freitag zunächst die alte Brücke in sechs Teile zerlegt und mit Autokränen abgebaut. Am Samstag soll die 83 Meter lange und 1100 Tonnen schwere neue Brücke an ihren künftigen Platz verschoben werden. Der Neubau kostet elf Millionen Euro und soll den teuren Unterhalt der alten Brücke ersparen. Die Rheintalstrecke von Karlsruhe nach Basel ist der Bahn zufolge eine der am meisten befahrenen Strecken Deutschlands.

dpa

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