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Panorama Bahn benennt ICE nach Anne Frank und erntet massive Kritik
Mehr Welt Panorama Bahn benennt ICE nach Anne Frank und erntet massive Kritik
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12:05 01.11.2017
Das jüdische Mädchen wurde 1944 mit einem Zug nach Bergen-Belsen deportiert. Jetzt soll ein ICE nach ihr benannt werden. Quelle: dpa
Amsterdam/Frankfurt/Berlin

Die Deutsche Bahn will die Züge der neuen ICE 4-Reihe nach bedeutenden Persönlichkeiten benennen. Erich Kästner, Hildegard Knef, Karl Marx und 22 weitere bekannte Namen sollen samt Konterfei die weiße Bordwand schmücken. Ziel sei es „diese Persönlichkeiten zu ehren und die Erinnerung an sie wachzuhalten“, erklärte das Unternehmen.

Für eine Entscheidung erntete die Bahn-Jury, die für die Auswahl verantwortlich ist, nun jedoch herbe Kritik. So soll einer der Züge künftig den Namen der Jüdin Anne Frank tragen, die mit ihrem Tagebuch zur Symbolfigur für die Gräuel des Holocausts geworden ist. Auf Twitter teilten viele Nutzer ihren Unmut über diese Entscheidung.

Auch die Anne-Frank-Stiftung in Amsterdam bezog Stellung: „Die Namensgebung führt zu Kontroversen, und das verstehen wir gut“, hieß es in einer Erklärung. Die Verbindung von Anne Frank und einem Zug führe zu Assoziationen mit den Juden-Deportationen während des Zweiten Weltkriegs. „Diese Verbindung ist schmerzlich für Menschen, die die Deportationen miterlebt haben und verursacht neuen Schmerz bei jenen, die mit den Folgen der Deportationen leben müssen.“ Dennoch sehe man, dass mit ähnlichen Initiativen meist mit guten Absichten geschehen.

Anne Frank lebte von 1942 bis 1944 mit ihrer Familie an der Amsterdamer Prinsengracht 263 im Versteck vor den Nationalsozialisten und schrieb dort auch das weltberühmte Tagebuch. 1944 wurden die Untergetauchten verraten und in Konzentrationslager deportiert. Im Frühjahr 1945 ermordeten die Nationalsozialisten Anne Frank im Alter von 15 Jahren in Bergen-Belsen.

Blick auf die Historie der Deutschen Bahn

Auch die Anne Frank-Bildungsstätte in Frankfurt am Main äußerte sich skeptisch. „Wir sehen das sehr ambivalent“, sagte Meron Mendel, der Direktor der Einrichtung, der Deutschen Presse-Agentur. Sie als Namensgeberin zu verwenden, sei grundsätzlich positiv. Es dürfe aber nicht vergessen werden, dass Anne Frank wie Millionen andere europäische Juden in Zügen der Reichsbahn deportiert worden sei.

Die Deutsche Bahn ist in Teilen Rechtsnachfolger der Deutschen Reichsbahn. In Zeiten des NS-Regimes wurde das staatliche Unternehmen für die Deportation von Millionen Juden bezahlt.

Von RND/dpa/mkr

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