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Panorama Bahn-Chef Grube kritisiert Krisenmanagement
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14:38 17.07.2010
Quelle: dpa

Im Zusammenhang mit dem Ausfall von Klimaanlagen in zahlreichen ICE-Zügen hat sich Bahn-Chef Rüdiger Grube unzufrieden mit dem Krisenmanagement einiger Mitarbeiter gezeigt. „Es sind anscheinend Fehler gemacht worden“, sagte Grube dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“ laut einem Vorabbericht vom Sonnabend. Die Staatsanwaltschaft und auch die Bahn untersuchten diese Fälle derzeit ganz genau. Die Wahrheit müsse „auf den Tisch.

Für derartige Krisenfälle gibt es laut Grube klare Richtlinien, wie das Zugpersonal reagieren müsse. Dazu gehört demnach, den Wagen schnellstmöglich zum Stillstand zu bringen und zu versuchen, die Klimaanlage wieder in Gang zu kriegen. Falle sie total aus, müsse ein Ersatzzug organisiert werden. „Leider hat das in den bekannten Fällen ein paar Mal nicht geklappt. Hier müssen wir besser werden - keine Frage“, sagte Grube. Zugleich verwahrte sich der Bahn-Chef gegen eine pauschale Verunglimpfung des Zugpersonals. „Die machen einen sehr guten Job und genießen meine volle Unterstützung.“ Kritik übte Grube auch an den Herstellern. Jede der bislang von der Industrie ausgelieferten Baureihen hätten „ihre Macken gehabt“, sagte Grube.

Wegen der Probleme bei den Klimaanlagen wurden nach Angaben des Bahn-Chefs unter anderem die Getränkevorräte an Bord der Fernverkehrszüge massiv erhöht und zusätzliche Mitarbeiter an den Bahnhöfen und den Service Points für die Kundenbetreuung abgestellt worden. Zudem habe die Bahn das Technische Hilfswerk (THW) gebeten, „an zentralen Verkehrsknoten“ bereit zu stehen und notfalls zu helfen.

Seit vergangener Woche waren bei sommerlicher Hitze in einigen Fernzügen die Klimaanlagen komplett ausgefallen, weshalb die Waggons geräumt werden mussten. In einem drastischen Fall waren mehrere Fahrgäste kollabiert und mussten ärztlich versorgt werden. Problematisch ist die Lage vor allem in 44 älteren Zügen der ICE-2-Flotte, die nur für Temperaturen bis 32 Grad ausgelegt sind.

Nach eigenen Angaben war Grube von den Problemen mit den Klimaanlagen in den ICE-2-Zügen völlig überrascht. Vorher habe es keine Probleme mit dem Bauteil gegeben, sagte er dem „Spiegel“. Er sicherte zugleich Nachbesserungen zu. Die Fahrzeuge, aber auch das Netz und die elektronische Leit- und Sicherheitstechnik müssten an die veränderte Wetterlage angepasst werden, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ („FAS“). „Wir haben eine deutliche Klimaänderung“, sagte er. Man müsse sich auf häufigere extreme Wetterlagen einstellen.

Nach den massiven Klimaanlagen-Problemen soll in der nächsten Woche auf einem Krisengipfel nach Lösungen gesucht werden. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) kommt dazu am Dienstag mit Bahnvertretern zusammen.

afp

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