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Panorama Back For Good - Robbie Williams kehrt zu Take That zurück
Mehr Welt Panorama Back For Good - Robbie Williams kehrt zu Take That zurück
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19:31 16.07.2010
Von Imre Grimm
Wie in alten Zeiten: Take That mit Robbie Williams (r.). Quelle: dpa

Sie haben geweint, damals. Sie haben herzzerreißende Briefe geschrieben, wütende, flehende. Sie haben Unterschriften gesammelt und Herzchen auf die Robbie-Poster gemalt, all die kleinen Mädchen, für die eine Welt zerbrochen war, als Robbie Williams am 17. Juli 1995 Take That verließ. Sie schlossen sich in ihre Kinderzimmer ein, manche drohten mit Suizid. „Tausende von Teenagern weinen um einen 21-jährigen Popsänger“, staunte diese Zeitung in einem Leitartikel. Die „Bravo“ richtete ein Notfalltelefon ein.

Nun sind die kleinen Mädchen von damals erwachsen. Manche haben selber kleine Mädchen. Und jetzt, 15 Jahre danach, erfüllt sich doch noch dieser Traum, den sie damals unter der Bettdecke träumten. Als sie dachten, es würde alles wieder gut, wenn bloß Robbie und die Jungs wieder zusammen kämen, wenn alles so wäre wie früher. Heute wissen sie: Es wird nicht alles wieder sein wie früher. Aber dass es Take That noch einmal miteinander versuchen wollen, als gereifte, bärtige „Jungs“ – das immerhin ist jetzt Realität.

Robbie, Gary, Jason, Mark und Howard haben sich wieder lieb. Sie sind jetzt eher Mr. Williams (36), Mr. Barlow (39), Mr. Orange (40), Mr. Owen (38) und Mr. Donald (42). Aber sie arbeiten an einem neuen Album, das im November erscheinen soll. Produzent ist Stuart Price (Scissor Sisters, The Killers, Madonna). Pläne für eine große Reunion-Tour soll es auch geben.

Die Frühstücksradiomoderatoren in halb Europa delirieren. Es ist ein Coup. Eine Sensation. Ein Knaller. Was auch immer. Ein reiner PR-Gag? Ein Ausdruck künstlerischer Rat- und seelischer Heimatlosigkeit? Oder doch ein Sieg der echten Freundschaft über das kalte Business? Klar, es geht auch um Geld: Jeder der Fünf könne mit bis zu 18 Millionen Euro Einnahmen rechnen, spekulieren britische Medien. Aber ist das wirklich alles?

Robbie Williams ist ein Superstar. Sein Album „Video Killed The Radio Star“ war 2009 ein Bestseller. Er hat mit Freundin Ayda Field sein Glück gefunden. Geld braucht er keins. Aber die alte Take-That-Wunde nagte an ihm, sagte er. Da war noch etwas offen. Er wollte nicht der Verpisser sein. Und er mochte sie ja doch irgendwie, die vier, sogar Gary. Neulich gab’s schon mal eine kumpelige Umarmung, man traf sich beim Fußball, Manchester gegen Arsenal. Erste Friedenszeichen. Die Fanwelt hielt den Atem an.

Nach dem „Ausstieg“ (Robbie) bzw. „Rausschmiss“ (Manager Nigel Martin-Smith) bei Take That war der Zwist zwischen ihm und Gary Barlow zum Krieg der Egos hochgejazzt worden. Auf der einen Seite der glatte Blondschopf Barlow, brav bis zur Langweiligkeit, begabter Songschreiber und Frontmann, auf der anderen Seite der irrlichternde Williams, ein Clown mit Dämonen im Keller, drogeninteressiert, leicht diabolisch, aber eben doch auch süß und verloren und damit perfekt, um von den Frauen „gerettet“ zu werden.

Nach Take That kam das Loch: tiefer Absturz, Sucht, Selbstmordgedanken. „1995 verabschiedete er sich von mir und fuhr nach London zu einer Silvesterparty“, erzählte seine Mutter Janet später. „Das muss eine ziemlich wilde Party gewesen sein, den ich habe ihn zwölf Monate nicht gesehen.“ Oasis-Sänger Noël Gallaghe lästerte über „den dicken Tänzer von Take That“. Robbie war am Boden. Fotos zeigen ihn aufgedunsen, glasig blickend. Bis der Manager David Eindhoven „irgendetwas in mir sah, was ich selbst nicht sehen konnte“. Im Juni 1997 ließ er sich in die Entzugsklinik „Clouds House“ einweisen. Nach fünf Wochen kam er zurück, 15 Kilo und ein paar Illusionen leichter. Er kämpfte, erlitt Rückfälle, traf den Songschreiber Guy Chambers und hatte dann mit „Angels“ seinen ersten Solohit. Da hatte sich Take That längst aufgelöst.

Der Rest ist Popgeschichte. Robbie wurde zum Massenbetörer („Feel“, „Rock DJ“, „Love Supreme“) und zum der König der Selbstentblößung („Hinter all der Coolness steckt die pure Angst“). 2005 starteten auch die vier Kompagnons von einst ein Comeback („Patience“). Ihre eigenen Solokarrieren waren nur mäßig erfolgreich. Bei einem Benefizkonzert 2009 traten alle fünf dann schon mal verletzungsfrei zusammen auf. „Es ist eine absolute Freude, mit Rob Zeit zu verbringen“, sagt Mark Owen jetzt. „Aber ich bin immer noch der bessere Fußballer.“

Sie eignen sich alle zur Chiffre für diese Pop-Wiedervereinigung, die Take-That-Hits von damals: „Relight My Fire“, „Back For Good“, „How Deep Is Your Love“. Man darf das ja nicht vergessen: Diese Fünf kamen aus dem Nichts und erlebten gemeinsam den größten Wahnsinn, der im Pop denkbar ist. Das verbindet. „Ich fühle mich“, sagt Robbie Williams, „als würde ich nach Hause kommen.“ Gemeinsam arbeiten er und Gary Barlow an einem neuen Song. Der Titel: „Shame“ (Scham).

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