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Panorama BP will Ölfontäne im Meer mit neuem Zylinder stoppen
Mehr Welt Panorama BP will Ölfontäne im Meer mit neuem Zylinder stoppen
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18:49 11.07.2010
Quelle: dpa

Es ist eine Operation mit hohem Risiko. Bevor sich die Ingenieure von BP daran machen, einen neuen, riesigen Zylinder über das Leck zu stülpen, mussten sie erst einmal eine alte „Kappe“ entfernen. Daher strömt das Rohöl seit Samstagmittag (Ortszeit) völlig ungehindert ins Meer. Bis der neue „Hut“ richtig auf dem Leck sitzt und fest abgedichtet ist, können vier bis sieben Tage vergehen - ganz Amerika hält den Atem an.

Selbst BP-Manager Kent Wells wollte sich am Sonntag nur verhalten äußern. Zwar laufe bisher alles nach Plan. „Wir hatten eine erfolgreiche Nacht.“ Man sei mit den erzielten Fortschritten zufrieden.

Doch auch Wells verweist auf das Risiko - wie bei bei diversen Anläufen zuvor, könnte etwas Unvorhergesehenes geschehen und wieder einmal alle Hoffnungen zunichtemachen. „Wir haben versucht, so viele Macken wie möglich auszuschalten - die Herausforderung kommt dann, wenn etwas Unerwartetes passiert.“ Optimismus klingt anders.

Wenn alles gut geht, will BP es in den nächsten Tagen erreichen, dass „alles oder so gut wie alles“ ausströmende Öl von dem neuen, rund 30 Meter hohen und 100 Tonnen schweren Zylinder aufgefangen und auf mehrere Schiffe abgesaugt wird. Das wäre der erste Lichtblick seit dem Unglück auf der Bohrinsel „Deepwater Horizon“, das am 20. April das Desaster auslöste.

Seitdem fließen nach Schätzungen von Regierungsbehörden Tag für Tag bis zu 8200 Tonnen Rohöl in den Golf von Mexiko. Lediglich gut 2000 Tonnen werden nach Angaben von BP bisher pro Tag auf Schiffe abgepumpt. Weite Teile der US-Küste sind verseucht, ökologisch hochsensible Gebiete wie das Mississippi-Delta sind betroffen, zahllose Fischer erst einmal arbeitslos - es ist die größte Ölkatastrophe der US-Geschichte.

Die Montage des neuen „Deckels“ bringt nicht nur ein erhebliches Risiko mit sich - sie ist auch höchst kompliziert. Mit ferngesteuerten Robotern müssen es die BP-Ingenieure bewerkstelligen, einen Rohrstumpen mit zackigen Enden abzuschrauben, der aus dem „Blowout Preventer“ ragt und verhinderte, dass der bisherige „Hut“ fest genug saß.

Wegen der vertrackten Aufgabe vermeiden es die Verantwortlichen von BP auch, sich auf einen genauen Zeitplan festzulegen. „Zwischen vier und sieben Tagen“, meint denn Wells am Sonntag vage, wird es dauern, bis der neue Zylinder richtig am Platz und versiegelt ist. Sein Kollege Chuck Wolf von der Einsatzleitung in New Orleans (Louisiana) sagte zuvor, schon am Montag oder Dienstag könnte der neue Zylinder vielleicht über das Leck gestülpt werden.

Eile ist auf alle Fälle angesagt: Noch spielt das Wetter am Golf von Mexiko mit, doch die Hurrikansaison hat längst begonnen. Eine Schlechtwetterzone könnte alle Rettungsversuche erst einmal zunichtemachen. Erst kürzlich hatte ein Hurrikan, der die Unglücksstelle rund 60 Kilometer vor der Küste Louisianas lediglich streifte, alle Rettungsarbeiten ruhen lassen.

Auch US-Präsident Barack Obama setzt BP unter Druck. Der Präsident ist schwer verärgert, erst kürzlich ermahnte er die Verantwortlichen für die Misere, aufs Tempo zu drücken. Für Obama steht viel auf dem Spiel - im Herbst sind Kongresswahlen. Bis dahin muss er auch an der Ölfront Erfolge vorweisen.

dpa

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