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Panorama Ausgemusterte Diensthunde genießen Ruhestand
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12:17 11.12.2017
Hundeleben Fehlanzeige: Die ausgemusterten Diensthunde der Bundeswehr genießen ihren Ruhestand an der Schule für Diensthundewesen. Quelle: Foto: Bundeswehr
Ulmen

Auch wenn sie Rentner sind, ausschlafen dürfen sie nicht: Jeden Morgen um 7 Uhr ist für die alten Schäferhunde der Bundeswehr die Nacht vorbei. Dietmar Seydlitz und sein Pflegerteam wecken die Tiere, danach werden bei jedem Hund Augen, Fell, Zähne und Gang kontrolliert. Anschließend gibt’s Frühstück – der Tagesablauf in der Schule für Diensthundewesen der Bundeswehr in Ulmen (Eifel) ist militärisch straff. Dabei geht es bei diesen Tieren nicht mehr um Leistung, schließlich sind sie ausgemustert: „Die Gesundheit unserer Rentner steht bei uns im Mittelpunkt“, sagt Seydlitz.

In Großbritannien entkamen zwei Hunde nur knapp der Todesspritze

Erst vor wenigen Tagen hatte das Schicksal von Kevin und Dazz, zwei ausgemusterten britischen Diensthunden der Armee, für Aufsehen gesorgt. Das Verteidigungsministerium hatte die beiden Rentner für nicht geeignet befunden, ins zivile Leben integriert zu werden, und wollte sie deshalb einschläfern lassen. Doch nachdem innerhalb weniger Stunden 374 000 Menschen eine Onlinepetition unterschrieben hatten, revidierte das Ministerium seine Entscheidung. Die Hunde dürfen weiterleben.

„Einschläferungen sind bei uns undenkbar“, sagt Seydlitz. „Wir haben gegenüber den Tieren eine Verantwortung, auch wenn sie für uns nicht mehr aktiv sind.“ Zwischen Hundeführer und Hund entstehe zudem eine sehr intensive Bindung. Trotzdem lasse die Gesundheit in einzelnen Fällen ein Weiterleben nicht mehr zu, sagt Personaloffizier Daniel Remus. „Manchmal müssen die Ärzte der Diensthundeklinik diese harte Entscheidung treffen.“ Einschläferungen sind das letzte Mittel, wenn Tierärzte und Pfleger keine Chance auf gesundheitliche Besserung mehr sehen.

In der Zwingeranlage genießen die Hunde ihre letzten Jahre.. Quelle: Bundeswehr

Die Hunde, die nun in Ulmen ihren Lebensabend genießen, waren durchschnittlich fünf Jahre zusammen mit Soldaten im Einsatz. Normalerweise wohnen die Tiere auch nach Eintritt in den Ruhestand bei ihrem Diensthundeführer. Doch zu kleine Wohnungen oder Probleme mit Kindern machen das manchmal unmöglich. Dann kümmern sich die Pfleger in Ulmen um die Hunde. 26 tierische Rentner sind derzeit dort untergebracht. Zuvor absolvierten die Hunde ihren Dienst bei der Sprengstoff-, Rauschgift- und Minensuche, bei der Personenrettung, bei den Feldjägern oder beim Kommando Spezialkräfte (KSK). So halfen sie, Soldaten und Bevölkerung zu schützen.

Ein Spiel- und Sportprogramm soll dabei helfen, dass die Hunde aktiv bleiben . Quelle: Bundeswehr

Insgesamt 250 aktive Diensthundeteams hat die Bundeswehr derzeit. Acht bis zwölf Monate dauert zuvor die gemeinsame Ausbildung für Hund und Soldat. Durchschnittlich beenden die Hunde im Alter von acht Jahren ihre Dienstzeit. Für die Tiere ist das abrupte Ende der Dienstzeit eine große Herausforderung. Besonders die fehlende psychische Belastung mache den Hunden zu schaffen. „Aber wir versuchen, jeden an den Rentneralltag zu gewöhnen“, sagt Seydlitz. Das spezielle Spiel- und Sportprogramm der Pfleger soll dabei helfen, dass die Rentner trotzdem aktiv bleiben und ihren großen Bewegungsdrang und ihre Neugierde ausleben können: Also werfen die Pfleger Stöckchen und Bälle, verstecken Futter, machen ausgiebige Spaziergänge mit den Hunden oder unternehmen Ausflüge an den See. „Unsere Aufgabe ist es, die Tiere im Kopf fit zu halten“, sagt Seydlitz.

Einige Hunde werden auch erfolgreich an Privatpersonen vermittelt

Einige ausgemusterte Diensthunde werden auch an Privatpersonen vermittelt, um dort ihren Lebensabend zu verbringen. Dafür müssen die Tiere einen Alltagstauglichkeitstest bestehen. Gleichzeitig müssen auch ihre zukünftigen Besitzer bestimmte Kriterien erfüllen, damit sie einen tierischen Rentner aufnehmen dürfen. Erst wenn die beiden Tests erfolgreich waren und die Eingewöhnungsphase mit dem Hund problemlos verlaufen ist, geben Seydlitz und sein Team ihre Schützlinge ab. Nach erfolgreicher Vermittlung schließt die Bundeswehr zusammen mit dem neuen Herrchen einen Pflegevertrag ab. Darin ist geregelt, dass die Bundeswehr weiterhin für sämtliche Tierarztkosten und das Futter aufkommt. „Dass die Hunde im Durchschnitt 14 Jahre alt werden, spricht für uns und unsere gute Pflege“, sagt Seydlitz stolz.

Von Julia Polley / RND

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