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Panorama Aus dem Gaza-Streifen ins Ammerland
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11:19 23.08.2014
Offene Brüche und Splitter im Körper: Die 24-jährige Palästinenserin Maisara in der Notaufnahme der Klinik in Westerstede. Der Chirurg Muneer Deeb stammt selbst aus dem Gazastreifen. Quelle: Ingo Wagner
Westerstede

Sie waren am Donnerstag aus Kairo kommend in München gelandet. Bei israelischem Beschuss seien sie schwer verletzt worden, sagte der Leiter der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie der Ammerland-Klinik, Muneer Deeb. Mehr als 60 Stunden waren die palästinensischen Frau unterwegs, um nach Westerstede zu gelangen.

In den kommenden Wochen müssten Knochenbrüche und Bauchverletzungen versorgt werden. „Der Zustand ist aber stabil“, sagte Deeb. Es handele sich höchstwahrscheinlich um die ersten im jüngsten Gaza-Krieg verletzten Palästinenser, die nun in Deutschland versorgt werden. Organisiert wird die Behandlung von der Ärzteorganisation PalMed, der in Deutschland lebende palästinensische Ärzte angehören.

Der Transport von München nach Westerstede in der Nähe von Oldenburg musste mehrmals unterbrochen werden, weil es der 50-Jährigen, die in Gaza ihren Mann und drei Söhne verloren hat, schlecht gehe, sagte Deeb. Die Frau sollte noch gestern operiert werden, um Granatsplitter zu entfernen. Sie hat auch offene Brüche an beiden Beinen erlitten. Die Verletzungen konnten im Gaza-Streifen nur notdürftig versorgt werden. Die 24-Jährige und das Mädchen, die ebenfalls noch in der Nacht eingehend untersucht wurden, mussten nicht sofort operiert werden.

Der Chirurg wies am Freitag darauf hin, dass die drei Verletzten auch seelisch litten. Sie hätten Kinder und weitere Familienangehörige im Gaza-Streifen zurückgelassen, die 24-Jährige habe bei einem Bombenbeschuss ihr ungeborenes Kind verloren. Die Neunjährige wurde bei einem Bombenangriff schwer am Bauch verletzt. „Das Mädchen hat nicht nur körperliche Beschwerden. Es ist auch traumatisiert“, sagte Deeb. Der 46 Jahre alte Arzt stammt selbst aus dem Gaza-Streifen. Er hatte die Region mit 18 Jahren verlassen. Fast seine gesamte Familie lebt noch dort und leidet unter den Kampfhandlungen. Deeb würde gerne weitere Verletzte ins Ammerland holen.

Von Thomas Struk

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