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00:15 15.07.2017
Auf Niedersachsens Autobahnen brauchen Urlauber derzeit viel Geduld. Quelle: HAZ-Collage
Hannover

Camping auf der Autobahn, mit Klappstühlen zwischen den Fahrzeugen sitzen, die sich Stoßstange an Stoßstange reihen - auf Niedersachsens Autobahnen sind kilometerlange Staus in der Ferienzeit eher die Regel als die Ausnahme. Verhängnisvoll können vor allem die Dauerbaustellen werden, bei denen es regelmäßig zu Auffahrunfällen kommt.

Erst am Dienstag mussten sich die Autofahrer auf der A 2 bei Braunschweig in Geduld üben: Zwei Lastwagen waren an einem Stauende ineinander gefahren. Ein kilometerlanger Stau war die Folge. Schon am Montag war die A 2 nach einem Unfall stundenlang dicht gewesen.

Für welche Reiseroute man sich auf Niedersachsens Autobahnen dieser Tage auch entscheidet, jede Fahrt birgt die Gefahr, deutlich länger zu dauern als geplant. Besonders Urlauber sollten sich deshalb gut informieren, welche Unwägbarkeiten ihnen bei der An- und Abreise begegnen können.

„Die Baustellendichte in Niedersachsen ist derzeit sehr hoch. Keine der Hauptrouten ist baustellenfrei“, warnt Andrea Kainer vom ADAC Regionalclub Niedersachsen/Sachsen-Anhalt. Wer sich frei entscheiden kann, sollte dienstags oder mittwochs reisen, empfiehlt der Verkehrsclub. „Die Tage, an denen der Sonntag noch ein ruhiger Reisetag war, sind vorbei“, so Kainer.

A 29/A 31: Ferienbeginn in NRW

Der Bettenwechsel zur Halbzeit der Sommerferien in Niedersachsen fällt mit dem Ferienbeginn in Nordrhein-Westfalen zusammen. Damit wird speziell der sogenannte Ostfriesenspieß, die direkte Verbindung aus dem Ruhrgebiet an die Nordseeküste, schnell zum Nadelöhr. Sanierungsarbeiten auf der A 31 behindern den Verkehr im Emsland zwischen Meppen-Nord und Geeste. Auf der als Jadelinie bekannten A 29 verzögern Brückenarbeiten den Verkehr im Bereich Oldenburg. Mit Staus wird gerechnet.

A 7: Hamburg möglichst meiden

Sorgenkind bleibt die ohnehin viel befahrene und baustellengeplagte A 7. Autofahrer sollten den sogenannten Hamburger Deckel hinter dem Elbtunnel meiden. Der Ausbau der A 7 auf acht Spuren bei gleichzeitiger Anlage eines futuristisch anmutenden Lärmschutzdachs dauert noch bis 2025 und bremst den Verkehr so regelmäßig, dass sich die Umfahrung der Hansestadt über die A 1 lohnt. Rund um die Hansestadt ist auch am Wochenende nach dem G-20-Gipfel mit großräumigen Behinderungen zu rechnen, da am Sonnabend gleichzeitig der Schlagermove und der Hamburg-Triathlon (auch Sonntag) stattfinden.

Auch südlich von Hamburg liegen auf dem Weg zur Ostsee und zurück mehrere Dauerbaustellen. Zwischen den Ausfahrten Walsrode und Bad Fallingbostel führt der sechsspurige Ausbau seit Monaten regelmäßig zu Staus im Heidekreis. Zur Entlastung wird zwischen den Anschlussstellen Schwarmstedt und Dorfmark an den kommenden Wochenenden eine weiträumige Umleitung über den Truppenübungsplatz Bergen ausgewiesen. Kommunalpolitiker in den Städten und Dörfern entlang der häufig verstopften Strecke hatten lange für diese Option gestritten. Die Bundeswehr tat sich in der Vergangenheit schwer, die militärischen Straßen, die parallel zur Autobahn verlaufen, freizugeben.

Eng wird es auf der A 7 außerdem im Bereich Göttingen. Zwischen Rhüden und Nörten-Hardenberg ist die Fahrbahn so verengt, dass noch bis zum Ferienende mit Staus zu rechnen ist.

A 1: Umsichtig umfahren

In West-Ost-Richtung verzögert altersschwacher Beton den Verkehr auf der A 1 zwischen dem Dreieck Stuhr und Bremen-Brinkum. Noch bis in den Spätherbst wird dort die Fahrbahn erneuert.

A 2: Baustelle auf Baustelle

Wer die A 2 über Hannover nutzt, braucht derzeit viel Geduld. Bauarbeiten an mehreren Abschnitten führen dort zu deutlichem Zeitverlust und vielen Staus. Voraussichtlich noch bis zum 30. September bleibt die Strecke zwischen dem Dreieck Hannover-West und Hannover-Lahe in beide Richtungen verengt - die Anschlussstelle Bothfeld bleibt gesperrt.

Auf dem Abschnitt Hannover-Braunschweig gilt aufgrund defekter Messschleifen und einer „fehlenden Griffigkeitsprüfung“ zwischen Hämelerwald und Braunschweig-Watenbüttel bis Montag, 24. Juli, Tempo 80.

Infos der Verkehrsmanagementzentrale: Aktuelle Stauwarnungen und eine Übersicht der Baustellen unter www.vmz-niedersachsen.de.

Von Mario Moers

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