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Panorama Auch Grundschüler sollen von Zeitzeugin lernen
Mehr Welt Panorama Auch Grundschüler sollen von Zeitzeugin lernen
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19:24 16.01.2017
Marion Blumenthal Lazan zeigt den Stern, den sie tragen musste. Foto: dpa Quelle: Julian Stratenschulte
Hannover

Nun sollen auch Grundschüler vom Schicksal der jüdischen Familie lernen können - ihr Buch wurde für Neun- bis Zwölfjährige überarbeitet.

Die Angst war dominant

„Es muss jetzt gehandelt werden“, sagt Blumenthal Lazan. „Die heutige Generation ist die letzte, die die Geschichte von jemandem hören kann, der sie selbst erlebt hat.“

Das Buch erzählt die Geschichte der jüdischen Familie Blumenthal aus Hoya an der Weser. Als Kind hat Blumenthal Lazan die Grausamkeiten der Nazis am eigenen Leib erfahren. „Wir waren körperlich alle fertig“, erinnert sich die 82-Jährige. Erst floh sie als junges Mädchen mit ihrer Familie in die Niederlande, wurde nach dem Einmarsch der Nazis jedoch ins Lager Bergen-Belsen gebracht. Dort sei Angst ihr dominantes Gefühl gewesen. Wird meine Mutter von der Arbeit in der Küche wiederkommen? Was wird aus meinem Vater, der von Aufsehern angebrüllt wurde?

Das Mädchen flüchtete sich in seine Fantasien. „Ich hatte die Idee, dass alle vier aus unserer Familie überleben werden, wenn ich nur jeden Tag vier ganz gleiche Kieselsteine finde.“

Erst 1945 wurde Familie Blumenthal auf einem Zugtransport von sowjetischen Soldaten befreit. „Ich habe 16 Kilogramm gewogen, als ich zehneinhalb Jahre alt war“, erinnert sie sich. Inzwischen leben sie und ihr Mann Nathaniel seit 56 Jahren in Long Island, New York, haben drei Kinder, neun Enkel und zwei Urenkel.

Angesichts des Erstarkens am rechten Rand sei es besonders jetzt wichtig, an die Zeit des Nationalsozialismus zu erinnern, sagte Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD). Ihr Ministerium hat in Zusammenarbeit mit der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten „Vier kleine Kiesel“ für Grundschüler überarbeitet.

Eigentlich steht die NS-Zeit in Niedersachsens Schulen erst in der neunten Klasse auf dem Lehrplan. „Junge Schüler sind von Besuchen an Gedenkstätten oft kognitiv und emotional überfordert“, sagt Jens-Christian Wagner, Geschäftsführer der Stiftung. Doch Nationalsozialismus und Rechtsextremismus seien in den Medien dauerhaft ein Thema. Daher habe man das neue Lernmaterial auf Grundlage der Lebensgeschichte von Marion Blumenthal Lazan erarbeitet.

„Ich habe zwei Botschaften“

Um mehr Distanz zu den Erfahrungen des kleinen Kindes zu bekommen, wurde die Geschichte aus der Ich-Perspektive in die dritte Person umgeschrieben, die Sprache kindgerecht vereinfacht. Fotos sollen veranschaulichen, wie es zu jener Zeit in Deutschland aussah. Dazu lässt sich die Geschichte der Familie Blumenthal in einem Zeitstrahl chronologisch nachvollziehen.

„Ich bin beeindruckt von dieser Arbeit“, sagt Blumenthal Lazan. Das Buch helfe, die NS-Zeit besser zu verstehen. „Ich habe zwei Botschaften: Der Holocaust ist tatsächlich geschehen, und seid mitfühlend und respektvoll zueinander“, sagt Blumenthal Lazan.

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