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Panorama Erpresst Subunternehmer Arbeiter der Fleischindustrie?
Mehr Welt Panorama Erpresst Subunternehmer Arbeiter der Fleischindustrie?
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22:02 14.12.2016
Von Karl Doeleke
Quelle: dpa/Symbolbild
Hannover

Den Vorwurf erhebt Daniela Reim von der vom Land Niedersachsen initiierten Beratungsstelle für mobile Beschäftigte. Der Subunternehmer bestreitet das.

Die Firma Böseler Goldschmaus wollte sich Mittwoch zu den Vorgängen nicht äußern. Das Unternehmen hat angekündigt, die Werkvertragsarbeiter zum 1. Januar 2017 fest anzustellen. Der Schritt wäre eine Kehrtwende in der Branche, die wegen ihres Umgangs mit den Beschäftigten in der Kritik steht. „Das ist ein interessantes Modell, und wir werden die Erfahrungen auswerten“, sagt Michael Andritzky, Hauptgeschäftsführer beim Verband der Ernährungswirtschaft. „Dann werden wir sehen, ob das auf andere Unternehmen übertragbar ist.“

Die Schlachtkonzerne hatten ihre Festangestellten in den vergangenen Jahren reihenweise gegen osteuropäische Billiglöhner ausgetauscht, die von Subunternehmern in die Firmen geschickt werden. Regelmäßig war der Vorwurf erhoben geworden, Subunternehmer würden die Arbeiter ausbeuten und zu überteuerten Mieten in menschenunwürdigen Unterkünften hausen lassen. Zudem war der Verdacht aufgekommen, der im vergangenen Jahr eingeführte Mindestlohn werde trickreich umgangen. Der Zoll, zuständig für die Überprüfung, hat jedoch selten gerichtsfeste Beweise dafür gefunden.

Jetzt richtet sich die Aufmerksamkeit auf den Cloppenburger Subunternehmer Attila H.: Der Ungar will nach Angaben der Beratungsstelle verhindern, dass seine Werkvertragsarbeiter in die Festanstellung wechseln. „Er hat ihnen gedroht, dass sie innerhalb von 24 Stunden ihre Wohnung verlassen müssen“, erklärte Reim.

Die Drohung zeige Wirkung, denn H. ist nicht nur Arbeitgeber der Schlachter aus Osteuropa, er ist über eine Immobilienfirma auch ihr Vermieter. Außerdem organisiert er über ein weiteres Unternehmen den Transport von der Unterkunft zum Schlachthof. „Die Arbeiter sind von ihm abhängig“, sagt Reim. „Darum sind sie leicht erpressbar.“ Der Verwaltungsleiter der Unternehmensgruppe, Michael Ahrens, sagte der HAZ: „Wir setzen niemanden unter Druck.“

Der Cloppenburger SPD-Kreisvorsitzende Detlef Kolde hält die Vorwürfe dagegen für plausibel: „Das hat er in der Vergangenheit schon getan und das wird er wieder tun.“ Es sei für die Osteuropäer schwierig, auf dem engen Cloppenburger Wohnungsmarkt selbst etwas zu finden. Die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten hat eigenen Angaben zufolge die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

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