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Panorama Anklage sieht geplanten Blutrachemord
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16:14 16.11.2017
Hinter Mappen verbergen sich die beiden Angeklagten im Gerichtssaal. Laut Anklage richteten sie einen Landsmann kaltblütig hin. Quelle: Michael Bahlo/dpa
Verden

  Die beiden vor dem Landgericht Verden angeklagten 23 und 24 Jahre alten Männer hätten die Tat ausgiebig vorbereitet, um ihr Opfer öffentlich hinzurichten, sagte Staatsanwältin Annette Marquardt bei der Verlesung der Anklage am Donnerstag. Die beiden handelten nach ihren Worten nach einem Gewohnheitsrecht, das insbesondere in ländlichen Regionen Nordalbaniens gilt. Die jahrhundertealte Tradition mit dem Namen Kanun sieht Blutrache vor, um die Familienehre wiederherzustellen.

 Den Ermittlungen zufolge hatte der auf offener Straße nahe einer Grundschule getötete Mann Jahre zuvor einen Angehörigen der beiden Männer getötet. Wegen Mordes saß er in Albanien mehrere Jahre im Gefängnis. Trotz der Strafe habe die Familie der Angeklagten damals Blutrache geschworen und drei Leben aus dem Familienkreis des Täters zur Wiederherstellung der Familienehre gefordert, so die Staatsanwältin. Die Familie des damals verurteilten Mörders sei daher nach Schweden und Deutschland geflohen. Als jener im Dezember wegen guter Führung vorzeitig aus der Haft entlassen wurde, floh auch er nach Deutschland und landete in Visselhövede im Landkreis Rotenburg. 

 Wie die Staatsanwältin vor Gericht ausführte, verfolgten die beiden Männer ihr späteres Opfer bis in die Kleinstadt Visselhövede. Mit Bekannten beobachteten sie ihn, besorgten Handys und Fahrzeuge und planten seine Hinrichtung. „Alle hatten miteinander vereinbart, an diesem Tag nach den Regeln des Kanuns Blutrache zu verüben.“ Über die Angeklagten, die vor Gericht von Dolmetschern begleitet werden, sagte sie: „Beide fühlten sich besonders verpflichtet.“ 

 Laut Anklage fuhren sie ihrem späteren Opfer am Vormittag des 9. Januar 2017 auf einem Motorrad entgegen. Zwölf Mal soll der 24-Jährige auf den wehrlosen Landsmann geschossen haben - aus einer Entfernung von maximal einem Meter. Das Opfer erlitt schwere Kopfverletzungen und starb später im Krankenhaus. Ein Geschoss durchschlug die Scheibe des Lehrerzimmers der nahen Grundschule, verletzte dort aber niemanden. 

 Der Start des Prozesses verlief holprig. Wegen eines Formfehlers war die Verhandlung Anfang November für zwei Wochen unterbrochen worden. Am Donnerstag gab es erneut eine Unterbrechung. Direkt nach Verlesung der Anklage rügte die Verteidigung die Schöffenbesetzung der Kammer. Die ehrenamtlichen Richter seien ursprünglich für eine Verhandlung am 31. Oktober ausgelost worden - für einen Feiertag. Mit der Verschiebung des Termins auf den 2. November hätten auch die Schöffen neu bestimmt werden müssen, argumentierte der Verteidiger des 23-Jährigen. 

 Die Kammer unterbrach die Sitzung daraufhin für mehrere Stunden. Am Nachmittag wies sie den Antrag als unzulässig zurück, wie die Gerichtssprecherin sagte. Der Vorsitzende Richter Volker Stronczyk habe die Rüge zudem als unbegründet eingestuft, die Besetzung der Kammer sei rechtens. 

 

Von lni

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