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Panorama Ankläger fordern vier Jahre Haft für Fahrdienstleiter
Mehr Welt Panorama Ankläger fordern vier Jahre Haft für Fahrdienstleiter
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12:39 02.12.2016
Für den Fahrdienstleiter von Bad Aibling, Michael P., fordert der Staatsanwalt vier Jahre Haft. Quelle: dpa
Traunstein

Oberstaatsanwalt Jürgen Branz hielt dem 40-jährigen Michael P. in seinem Plädoyer am Freitag „kopfloses Verhalten“ im Dienst am Unfalltag vor. Er listete eine ganze Kette von Fehlentscheidungen bei der Arbeit im Stellwerk auf.

Vor allem rügte er das verbotene Handyspielen des Angeklagten bis kurz vor dem Zusammenstoß der beiden Züge am 9. Februar: „Letztlich liegt hier der Grund für die Fehlhandlungen des Angeklagten“, sagte Branz vor dem Landgericht Traunstein. Ein technischer Fehler scheide aus.

Die Verteidiger haben eine Bewährungsstrafe für den angeklagten Fahrdienstleiter gefordert. Zwar sei der Bahnmitarbeiter der fahrlässigen Tötung schuldig, sagten beide Anwälte in ihrem Plädoyer. Das Fehlverhalten des 40-Jährigen wiege aber nicht so schwer wie von der Anklagebehörde vorgetragen. Zudem habe der Prozess nicht zweifelsfrei ergeben, dass das verbotene Handyspiel Ursache der Fehlerkette des Angeklagten war, erklärten Ulrike Thole und Thilo Pfordte übereinstimmend.

Das Urteil wird am Montag verkündet. Die Höchststrafe bei fahrlässiger Tötung beträgt fünf Jahre. Bei dem Unglück starben zwölf Menschen, fast 90 wurden teils lebensgefährlich verletzt.

Von RND/dpa