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Panorama Die Wespen sind los
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18:56 04.08.2015
Auf Nahrungssuche: In diesem Sommer sind besonders viele Wespen unterwegs. Quelle: dpa

Tatsächlich handelt es sich um einen "sehr guten Sommer für Wespen", wie es Insektenexperte Julian Heiermann vom Naturschutzbund formuliert. Das heiße, trockene Wetter biete günstige Bedingungen für die Stämme. Für andere ist der starke Wespenflug schon zur Gefahr geworden.

Der jüngste öffentlich gewordene Fall ereignete sich am Montag auf der A27 bei Walsrode. Nach Polizeiangaben war der 31-jährige Fahrer eines Sattelzuges in Richtung Bremer Kreuz unterwegs, als er versuchte, eine Wespe aus dem Führerhaus nach draußen zu verscheuchen. Dabei kam sein Gefährt nach rechts von der Fahrbahn ab und überfuhr knapp 100 Meter der rechten Schutzplanke. Anschließend gelang es dem Fahrer, den Sattelzug auf dem Standstreifen zu stoppen. Der Mann blieb unverletzt. Der Gesamtschaden wird auf über 10.000 Euro geschätzt.

Schon am Wochenende hatte eine Wespe eine Motorbootfahrerin aus der Bahn gebracht. Auf der Fulda bei Kassel verlor sie die Kontrolle über ihr rund sechs Meter langes Schiff. Laut Polizei hatte die 52-Jährige wegen des Insekts vor Schreck auf den Gashebel gedrückt, anschließend stolperte sie. Das Boot beschleunigte stark und raste unkontrolliert über die Böschung des Flusses, bis es auf dem Radweg an einer Steinwand zum Stehen kam. Schließlich landete das Boot landete auf einem Radweg neben dem Fluss. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.

Zum Teil schwere Verletzungen erlitten die Kinder eines Waldkindergartens in Köln, als sie vergangene Woche von Tausenden Wespen angegriffen wurden. Die Drei- bis Sechsjährigen waren auf dem Weg zu einem Spielplatz, als der Schwarm über sie herfiel. Die Tiere verfingen sich in ihren Haaren, krabbelten in Ärmel und Kragen und stachen in den Kopf, die Arme, den Nacken. 17 Kinder wurden durch die Stiche verletzt, vier Notärzte, 33 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Der Grund für den Angriff: Die Kinder waren einem Wespennest im Boden zu nahe gekommen. Nach Angaben von Experten reicht im Juli, August, also den Monaten mit der höchsten Wespenzahl, schon eine leichte Erschütterung des Nestes für eine Gegenbewegung.

Immer wieder kommt es auch zu Bränden, wenn Menschen versuchen, vermeintlich gefährliche Nester zu beseitigen. Zuletzt hatte ein Mann in Rheinland-Pfalz das Dach eines Mehrfamilienhauses angesteckt, als er ein Wespennest ausräuchern wollte. Dafür benutzte er hochentzündliches Schmiermittelspray, dass er in einen Spalt seiner Dachgaube sprühte. In Kombination mit großer Hitze entstand offenbar ein Schwelbrand. Der Mieter muss nun mit einer Anzeige wegen fahrlässiger Brandstiftung rechnen. Zuletzt war es bei ähnlichen Aktionen auch andernorts zu Bränden gekommen.

Von Sonja Fröhlich

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