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Panorama Angeklagte gestehen Anschlag von Salzhemmendorf
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18:56 10.02.2016
Die Angeklagten Dennis L. (von rechts nach links), Sascha D. und Saskia B. im Landgericht in Hannover. Quelle: Rainer Dröse
Hannover

Die beiden Männer gestanden in Erklärungen, die ihre Verteidiger verlasen, einen Molotowcocktail gebaut und in die Wohnung einer Mutter aus Simbabwe geworfen zu haben. Nur weil eines ihrer Kinder in dieser Nacht in einem Nebenraum schlief, blieb es unverletzt. Die Männer und eine Frau müssen sich wegen gemeinschaftlichen versuchten Mordes am Landgericht Hannover verantworten. Die Staatsanwältin warf ihnen eine Tat auf "unterster sittlicher Stufe" vor.

Alle drei erklärten, sie bereuten den Anschlag zutiefst. Vor der Tat hörte das Trio Musik rechtsradikaler Bands. Sie seien aber nicht grundsätzlich fremdenfeindlich, betonten sie. In einer Garage bauten die beiden Männer aus einer leeren Weinbrandflasche den Brandsatz, der ältere der beiden warf ihn schließlich. Er wurde von den anderen als Haupttäter beschrieben. "Ich bin mir sicher, dass ich mich nüchtern nie an der Tat beteiligt hätte", hieß es in der Erklärung des 25 Jahre alten Angeklagten.

Margret D. tritt als Nebenklägerin und Zeugin im Prozess auf. Sie war im Oktober 2014 mit ihren drei Kindern nach Salzhemmendorf gekommen. Ihr Mann war in Simbabwe getötet worden, eines der ärmsten Länder der Erde. Das Auswärtige Amt spricht von einer "ausgesprochen schwierigen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Lage" in Simbabwe und einem "repressiven Staat". Vertraute beschreiben die 30-Jährige als traumatisiert.

Die Tat rief große Empörung in Niedersachsen hervor. "Das was hier geschehen ist, hat bewusst in Kauf genommen, dass Kinder, Frauen und Männer verbrennen können", sagte Ministerpräsident Stefan Weil noch am selben Tag. Er sprach schon damals von versuchtem Mord und der Hoffnung, dass "die Täter einer wirklich harten Bestrafung zugeführt werden". Noch am Abend wurden die drei mutmaßlichen Täter festgenommen. Alle drei machten im Internet keinen Hehl aus ihrer Sympathie für Bands und Protagonisten der rechten Szene. Sie belasteten sich in Vernehmungen zum Teil gegenseitig.

doe/frs/dpa

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