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Panorama Revision gegen Entführungsprozess-Urteile
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15:46 14.02.2017
Eine 91 Jahre alte Frau ist wegen Beihilfe zur Entführung eines ostfriesischen Reeders zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Quelle: dpa
Aurich

Nach dem Prozess um die Entführung eines Reeders aus dem Landkreis Leer haben Staatsanwaltschaft und drei der vier Angeklagten Revision gegen die Urteile eingelegt. Das Landgericht im ostfriesischen Aurich hatte vor einer Woche eine 91 Jahre alte Angeklagte zu zwei Jahren Haft auf Bewährung wegen Beihilfe zu der Tat verurteilt. Das Gericht verhängte zudem Haftstrafen von zweieinhalb Jahren sowie sechs Jahren und vier Monaten gegen zwei weitere Männer. Ein vierter Beteiligter war mit einer Bewährungsstrafe davongekommen. "Er hat als einziger keine Revision eingelegt", sagte am Dienstag ein Gerichtssprecher.

Die Staatsanwaltschaft will mit ihrem Revisionsantrag aber alle vier Urteile überprüfen lassen. Staatsanwalt Helge Ommen hatte in seinem Plädoyer höhere Haftstrafen zwischen drei und acht Jahren gefordert. Der Reeder war im April 2016 bei einer fingierten Polizeikontrolle auf dem Weg zur Arbeit entführt worden. Das geforderte Lösegeld von einer Million Euro wurde zunächst an das Konto der damals 90-Jährigen überwiesen. Die Bank buchte es aber wieder zurück, so dass die Täter leer ausgingen.

Das Opfer war in der Zwischenzeit unverletzt freigekommen. Hintergrund der Tat waren Geldforderungen, die ein früherer Geschäftspartner gegen den Reeder noch offen hatte. Dieser mutmaßliche Drahtzieher der Entführung wurde erst vor einem Monat in Polen festgenommen, zwei weitere Verdächtige sind noch flüchtig. Wenn dem Landgericht die Begründungen für die Revision vorliegen, geht der Fall weiter an den Bundesgerichtshof. Dort können die Urteile bestätigt oder verworfen werden. Sollte letzteres der Fall sein, müsste der Prozess in Aurich neu aufgerollt werden.

dpa

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