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Panorama Hier leuchten eine halbe Million Lichter
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00:16 19.12.2016
Rolf Vogt zeigt stolz die Lichterpracht seines Hauses. Quelle: Tim Schaarschmidt
Calle

In dem 200 Seelen Ort Calle in Landkreis Nienburg ist eine Tradition gewachsen - im Vergleich zum Vorjahr um genau 50.000 Lampen. Dort dekorieren Rolf und Mermin Vogt seit 16 Jahren ihr Haus mit Lichterketten und selbstgebauten Installationen. Angefangen hat das Ehepaar, nachdem es auf einer USA-Reise von dem dortigen Weihnachtsfieber angesteckt wurde. Winkende und blinkende Weihnachtsmänner auf dem Dach, davor eine laufende Rentierfigur: "Das gibt’s in Deutschland gar nicht", sagt Rolf Vogt.

Zurück in der Heimat wurden umgehend rund 1500 Lichter an das Haus angebracht. "Wir wollten das eigentlich nur für uns selber schmücken", sagt der 69-Jährige. Doch eines Abends sei sein Sohn die Treppe hinunter gekommen und habe gesagt: "Papa, Papa, da stehen so viele Autos vorne.“ Die ersten Besucher waren am heute bekannten Weihnachtshaus eingetroffen - und die Vogts bekamen reichlich Zuspruch, weiterzumachen. Im nächsten Jahr leuchteten dann schon 15.000 Lampen auf ihrem Grundstück, an der Fassade und auf dem Dach. Inzwischen leuchten dort 500.000 Lichter - und mehr als 10.000 Menschen kommen in der Vorweihnachtszeit, um das Spektakel zu erleben.

Auf das Dach wagt sich Vogt nur noch ungern. Inzwischen werde ihm in luftiger Höhe hin und wieder schwindelig, sagt der Rentner. Dennoch sei er so oft es ging an die frischen Luft gegangen, um weiterzumachen. Während er in seine Arbeit vertieft gewesen sei, habe ihn seine Frau ihn öfters an das Mittagessen erinnern müssen. Das Ehepaar ist ein eingespieltes Team: "Die Ideen bringen wir alle zwei Jahre von der Frankfurter Weihnachtsmesse mit", sagt Vogt. "Wenn wir wieder zuhause sind, guckt meine Frau erstmal die Fotos durch." Sie sucht dann die besten Ideen aus, er baut sie zusammen. So komme jedes Jahr etwas Neues hinzu - wie in diesem Jahr eine etwa vier Meter hoher Figur aus drei großen Kugeln aus blinkenden Schläuchen. Bei der Messe hätte er für das Ausstellungsstück bis zu 40.000 Euro bezahlen müssen, sagt Vogt.

Stattdessen baue er die Vorlagen einfach nach - beispielsweise aus alten Trampolinen, Flacheisen und mit ganz viel Kabelbinder. Die aufwendige Gestaltung seiner Attraktionen kostet viel Zeit. "Dieses Jahr, weil ich ja vieles neu gemacht habe, habe ich schon im Februar angefangen", sagt der 69-Jährige. Bis zum ersten Advent habe er jeden Tag an seiner Weihnachtswelt gearbeitet. "Dann schwirrt im Kopf nur noch Weihnachten rum" sagt er. Um die Lichterketten wieder abzubauen, brauche es in etwa einen Monat. Spätestens im August kämen diese für gewöhnlich wieder an Haus, Bäume und Sträucher - je nachdem, wie viel Neues hinzukommt.

Vor wenigen Jahre hatte Vogt noch der Ehrgeiz gepackt: Eine Million Lichter wollte er rund um sein Haus aufhängen. "Aber das werde ich nicht schaffen", sagt er. Seine Rente reiche nicht, um die teuren Lichterketten zu bezahlen. Immerhin habe er in diesem Jahr auf eine halbe Million Lampen aufstocken können, nachdem er nun über drei Jahre bei 450.000 Stück stehen geblieben sei. "Die Gäste, die jedes Jahr kommen, haben sofort gesehen, was da neu ist", sagt er. "Die sind hellauf begeistert." Mit dem Erlöse aus Glühweinstand und Imbusswagen könne er immerhin die Stromkosten für den Dezember von rund 3000 Euro decken. Und noch will er weitermachen, auch wenn das große Ziel in weite Ferne gerückt ist.

Von Nils Oehlschläger

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